10.02.12

Teuerung Schweiz bei -0,8%, Franken hadert bei 1,21 per Euro

Die Schweizer Teuerung birgt immer größere Abwärtsrisiken. So fielen die Konsumentenpreise um -0,8 Prozent im Januar 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat, meldet das Bundesamt für Statistik in Neuchâtel. Die Deflationsgefahren weiten sich aus. So lag die Preisentwicklung zwischen Dezember 2010 und Dezember 2011 bei -0,7 Prozent.

Bei der monatlichen Teuerung geht es um -0,4 Prozent nach unten. Analysten erwarteten eine Inflationsrate zwischen Dezember 2011 und Januar 2012 von -0,3 Prozent. Auf Monatssicht haben sich die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität verdoppelt. So fielen die Verbraucherpreise im Dezember 2011 um -0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Das Echo beim Euro CHF Wechselkurs auf die Schweizer Teuerung ist gespalten. So fällt der Tageskurs zunächst von EUR/CHF 1,2113 auf 1,2093 und kann sich anschließend wieder erholen, indem er die Marke von EUR/CHF 1,21 zurückerobert. Auf der einen Seite droht einen Anhebung des Mindestkurses wegen Deflationsgefahren. Auf der anderen Seite machen höhere Realzinsen den Schweizer Franken attraktiv.

Realzinsen

SNB-Gouverneur Thomas Jordan hat sich eine Hintertür offen gehalten in Bezug auf die Devisenmarktinterventionen. „Man stehe bereit weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls die Wirtschaftsaussichten und die Deflationsrisiken es erfordern“, sagte Jordan in dieser Woche bei einer Rede in Genf. Damit heizt Jordan die Spekulationen über eine mögliche Anhebung der Wechselkursuntergrenze von EUR/CHF 1,20 auf 1,25 an.

Die Realzinsen von Schweizer Bundesanleihen, sprechen jedoch gegen eine weitere Aufwertung des Euros zum Schweizer Franken. Zehnjährigen Staatsanleihen der Schweiz rentieren aktuell bei 0,84 Prozent. Aufgrund der negativen Teuerung liegt der reale Zinssatz für eine solche Investition bei +1,64 Prozent.

Damit sind die eidgenössischen Schultitel deutlich attraktiver als die in Bonität und Laufzeit vergleichbaren Staatspapiere der Bundesrepublik Deutschland. Diese rentieren zwar mit 1,99 Prozent deutlich über denen der Schweiz. Zieht man jedoch die deutsche Teuerung von +2,1 Prozent ab, bleibt unter dem Strich ein negativer Realzins von -0,11 Prozent.