23.11.11

Schuldenkrisen-Sog und Banken-Angst drückt Euro auf 1,2283 Sfr


Der Euro setzt seine viertägige Talfahrt fort gegenüber dem Schweizer Franken und fällt im frühen europäischen Handel auf 1,2283. Die Schuldenkrise hat die Gemeinschaftswährung weiterhin fest im Griff, während der eidgenössische Franken von seinem Status als sicherer Hafen profitiert. Darüber hinaus bereiten die Banken große Sorgen.

Aktuell kann sich der Euro erholen und erobert die Marke von 1,23 CHF zurück. So notiert der Wechselkurs bei EUR/CHF 1,2305 um 11:21 Uhr MEZ. An den Aktienmärkten verbessert sich ein wenig die Stimmung. Damit erhöht sich die Risikobereitschaft der Investoren, was dem Eurokurs hilft, ein wenig Boden gutzumachen, sagen Händler.

Hiobsbotschaften aus dem Bankensektor stoßen auf offene Ohren. Die Commerzbank-Aktie stürzte am Vortag um -15 Prozent ab, aufgrund von Spekulationen das Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus staatliche Hilfe benötigt, um die geforderter Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Darüber hinaus führt die US-Notenbank derzeit Banken-Stresstests durch.. Die Fed möchte wissen, ob die sechs größten Geldhäuser des Landes bei massiven Wertverlusten auf europäische Staatsanleihen ins Wanken kommen.

Der Eurokurs tut sich auch schwer abermalig über 1,24 CHF zu steigen, aufgrund von schwachen Konjunkturdaten. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe von Deutschland, Frankreich und der Eurozone liegen deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Gleichzeitig brachen die industriellen Auftragseingänge im Euroraum um -6,4 Prozent ein im September 2011 gegenüber dem Vormonat, teilte Eurostat mit.

Staatsanleihen aus Italien und Spanien bleiben Ladenhüter. Die Renditen für zehnjährigen Schuldtitel steigen auf 6,90 Prozent (Italien) und 6,60 Prozent (Spanien). Die Anleihekurse von deutschen Bundesanleihen und Schweizer Staatsobligationen notieren fest. Im Gegenzug fallen die Umlaufrenditen der Langläufer auf 2,02 Prozent (Deutschland) bzw. 0,87 Prozent (Schweiz).