25.09.11

Schafft die SNB eine Trendumkehr beim Schweizer Franken Kurs?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) interveniert am Devisenmarkt seit dem 6. September 2011. So will die Notenbank die extreme Frankenstärke unterbinden und gleichzeitig den Eurokurs ankurbeln. Mit der Festlegung einer Untergrenze bei einem Schweizer Franken Kurs von 1,20 pro Euro versuchen die Notenbanker einen mehrjährigen Abwärtstrend aus den Angeln zu heben.

Der Eurokurs fiel von 1,6828 auf 1,0075 CHF zwischen dem 11. Oktober 2007 und dem 9. August 2011. Die drastische Abwertung des Euro in Höhe von -40,13 Prozent macht in erster Linie den eidgenössischen Exportunternehmen zu schaffen. Ihre Gewinnmargen schmelzen ab und so werden Waren und Güter aus dem Alpenland im Euroraum deutlich teurer.

Technische Analysten geben trotz des Euro Anstiegs von 1,0075 auf 1,2226 CHF (+21,35 Prozent) zwischen dem 9. August und dem 23. September 2011 bisher keine Entwarnung. Der vierjährige Abwärtstrend bleibe weiterhin intakt. Um von einer Trendumkehr sprechen zu können, müsste die Euro Kursentwicklung über die Trendlinie steigen.


Fundamentale Analysten sind der Meinung, dass sich ein „fairer Wechselkurs“ zwischen EUR/CHF 1,35-1,40 befinde. In der Kursspanne liegt die Kaufkraftparität zwischen dem Euroraum und der Schweiz, berücksichtigt man die verschiedenen Einkommens- und Preisniveaus. Allerdings spielt der volkswirtschaftliche Gleichgewichtskurs an den Devisenmärkten in den meisten Fällen keine Rolle. Dies wird auch bei dem drastisch fallenden Dollar Yen Wechselkurs deutlich.

Der Schweizer Franken und der Japanische Yen sind Zufluchtsorte vor den Finanzmarkt-Turbulenzen. Größte Geißel sind die enormen Schuldenstände in den meisten Euroländern und den USA. Darüber hinaus hat die politische Führung der Eurogruppe bisher kein schlüssiges Konzept vorgelegt, wie es weiter gehen soll mit dem gemeinsamen Währungsraum.

Weil der Stabilitäts- und Wachstumspakt nicht funktionierte, müsse man die fiskalische Union vorantreiben. So braucht der Euroraum einen Finanzminister, der mit den gleichen Kompetenzen ausgestattet ist, wie der US-Finanzminister. Darüber hinaus müsse man gemeinsame Staatsanleihen (Eurobonds) einführen, um die Gemeinschaftswährung zu retten, meint der Hedge Fonds Manager George Soros.