10.09.11

SNB kriegt das Bibbern: Eurokurs droht unter 1,20 CHF zu fallen

Am Devisenmarkt nehmen die Spannungen zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt für kräftigen Wirbel in der zweiten Wochenhälfte. Nachdem EZB-Präsident Trichet die Inflationsrisiken- und die Wachstumsaussichten nach unter korrigiert hatte, erhöhte sich der Verkaufsdruck auf den Euro erhöht. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) musste bereits am Donnerstag Eingreifen, um den Euro Mindestkurs bei 1,20 CHF zu verteidigen.

Durch umfangreiche Stützungskäufe konnte die Nationalbank die Euro Kursentwicklung trotz stundenlangen Verkaufsdrucks über der Marke von 1,21 CHF halten. Am Freitag verschärfte sich der Druck, nachdem der EZB Chef-Volkswirt Jürgen Stark überraschend zurücktrat. Der deutsche Zinsfalke nimmt seinen Hut, weil er offenbar die umfangreichen Käufe von Staatsanleihen, welche Notenbank-Chef Trichet durchdrückte, nicht länger mitverantworten will.

Der Eurokurs fiel anschließende auf 1,2053 CHF. Wie groß der Verkaufsdruck war, wird beim Euro Dollar Wechselkurs sichtbar. Die Devisennotierung sank auf 1,3626 und erreichte ein Sieben-Monats-Tief. Die US-Währung nahm dem Euro 4,5 Cents in zwei Handelstagen ab. Ohne die Interventionen der Schweizerischen Nationalbank, wäre der Euro gegenüber dem Franken unter die Marke von 1,15 CHF gefallen, meinen Devisenfachleute.

Neue Woche, neue Interventionen

Gleich zum Handelsauftakt in Asien dürfte die SNB alle Hände voll zu tun haben, den Euro über der Marke von 1,20 CHF zu halten. Die asiatischen Märkte haben die Hiobsbotschaften vom Freitagnachmittag noch nicht eingepreist. Hinzu kommen schlechten Nachrichten aus Athen. Die griechische Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich um fünf Prozent schrumpfen. Der Haushaltskonsolidierungsplan beruht auf einer Verringerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Höhe von -3,8 Prozent.

Die Papandreou-Regierung wird die allergrößte Schwierigkeiten bekommen, dass diesjährige Defizit auf die geforderten 7,6 Prozent des BIP zu senken. Damit ist die Auszahlung der nächsten Kredittranche gefährdet. Beobachter munkeln bereits, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) den Griechen kein weiteres Geld hinterher werfen wird, weil der Staatshaushalt vollkommen außer Kontrolle ist. Die geplanten Privatisierungserlöse in Höhe von 50 Milliarden Euro stellen sich immer mehr zu einer weiteren Luftbuchung der griechischen Regierung heraus.