16.06.11

Frankenkurs mit Aufwertung auf Rekordhoch, Eurokurs unter 1,20 CHF


Der Frankenkurs ist auf einen Rekord gestiegen und kostet aktuell 83,36 Euro-Cents. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,1996 CHF. Ein gescheitertes Treffen der Euro-Finanzminister und Gerüchte über einen möglichen Rücktritt des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou belasten die Gemeinschaftswährung. Die Schuldenkrise im Euroraum bleibt das beherrschende Thema für die Euro CHF Kursentwicklung.

Es habe einen heftigen Schlagabtausch zwischen der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Zentralbank (EZB) gegeben in Brüssel, berichten EU-Diplomaten. Deutschland pocht darauf, dass der Privatsektor bei dem geplanten zweiten griechischen Rettungspaket einen Beitrag leistet. Die EZB lehnt hingegen eine Verlängerung der Laufzeiten von griechischen Staatsanleihen ab, da sie befürchtet, die Ratingagenturen könnten sodann den Zahlungsausfall (Default) Griechenlands feststellen.

Insbesondere vor den Ansteckungseffekten haben die Währungshüter offenbar große Angst. Spanien ist weiterhin ein Wackelkandidat und in seiner wirtschaftlichen Gesundung noch nicht weit genug fortgeschritten, um immun zu sein gegen eine Staatspleite in Griechenland. Am Anleihemarkt werden spanischen Staatsanleihen im einen erhöhten Umfang verkauft seit Anfang Juni 2011. Dies führt im Gegenzug zu steigenden Zinskosten und so ist der Kupon von zehnjährigen Staatsanleihen aus Spanien von 5,23 auf 5,60 Prozent gestiegen.

SNB Leitzins

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte versuchen bei der heute stattfindenden geldpolitischen Sitzung jegliche Kommentare, die den Franken weiter aufwerten ließe, außen vor zu lassen. Der Leitzinssatz in der Eidgenossenschaft wird bei 0,25 Prozent bleiben, prognostizieren sämtliche befragten Analysten. Die Inflation in der Schweiz liegt bei 0,4 Prozent. Auf kurze- bis mittlere Sicht existiert kein Inflationsdruck.

Aus dem Blickwinkel der Technischen Analyse befindet sich der Euro Frankenkurs im Niemandsland. Weil es sich um Rekordtiefs handelt, können Charttechniker nicht auf Unterstützungsniveaus aus der Kurshistorie zurückgreifen. Der 50-Tage und der 200-Tage gleitende Durchschnitt weisen ein Gefälle auf und signalisieren die Fortsetzung des Abwärtstrends.