18.02.11

Franken Kurs Entwicklung zum Euro 2011 mit Licht und Schatten


Der Euro hat gegenüber dem Schweizer Franken in den letzten fünf Handelstagen kontinuierlich abgewertet. So fiel die Kursentwicklung von EUR/CHF 1,3200 auf 1,2895 im Zuge der politischen Krisen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Dabei wurde eine wichtige charttechnische Unterstützung für den Eurokurs bei 1,3070 CHF durchbrochen. Die nächste Unterstützung findet die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,2880 Schweizer Franken.

Im Verlauf der zweiten Handelshälfte an den Devisenmärkten am Freitag konnte sich die Euro Kursentwicklung ein wenig erholen. Der Euro Wechselkurs kletterte zeitweise auf 1,2990 CHF. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den offiziellen Referenzkurs auf 1,2973 fest am Freitagnachmittag. Damit kostete der Schweizer Franken umgerechnet 77,08 Euro-Cents.

Zinsfalke

Kommentare des italienischen Direktoriumsmitgliedes der Europäischen Zentralbank (EZB), Bini Smaghi, haben der Eurokurs CHF angeheizt. Die EZB könne den Leitzinssatz anheben, vor dem Hintergrund eines zunehmenden globalen Inflationsdrucks, so Smaghi. Mit der allmählichen wirtschaftlichen Erholung würden weltweit die Verbraucherpreise steigen. Daher müsse die Geldpolitik beobachtet und gegebenenfalls korrigiert werden, sagte Smaghi der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung des EZB-Leitzinssatzes von 1,00 auf 1,25 Prozent bis zum Sommer 2011 gestiegen. Die Euro Kursentwicklung profitiert von dieser Zinserhöhungsfantasie, da es die europäische Gemeinschaftswährung zinstechnisch attraktiver macht gegenüber dem Schweizer Franken. In der Eidgenossenschaft liegt der Leitzins (3-Monats Libor) offiziell bei 0,25 Prozent seit März 2009.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, sagte der deutschen Wochenzeitung „Zeit“, dass man sich derzeit nicht in einem gefährlichen Mix aus expansiver Geldpolitik und robusten Wirtschaftswachstum befände. Allerdings dürften die Geldpolitiker nicht zu lange warten, um die exzessive Liquidität herunter zu fahren, so Hildebrand.