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28.10.16

Wann kommt der EUR/CHF aus seinem Schneckenhaus heraus?

Der Euro notiert aktuell bei 1,0855 Franken und damit in der Mitte seiner Wohlfühlzone. So nennt man bei der DZ Privatbank in Zürich den Bereich von 1,08 bis 1,09, in dem die Devisennotierung Dauergast ist. Die Pattsituation wird von konterkarierenden Konjunkturdaten aus der Eurozone untermauert. Gleichwohl wird es irgendwann zu einen Ausbruch kommen.


Die Stimmung der Unternehmen und privaten Haushalte in der Eurozone hat sich im Oktober deutlich aufgehellt. Ein von der EU-Kommission erhobener Wirtschaftsindikator steigt auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Zuvor hatten bereits die Einkaufsmanagerindizes und der Ifo-Geschäftsklimaindex positiv überrascht.

"Auf Jahresfrist ist für das Währungspaar Euro-Franken insgesamt mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Aufgrund der weiterhin merklichen Überbewertung der eidgenössischen Währung und der Interventionsbereitschaft der Schweizerischen Nationalbank sollten Anleger den Schweizer Franken meiden", sagt die DZ Privatbank.

Der Euro kann ganz offenbar auch niemanden überzeugen. Die jüngste Serie guter Konjunkturdaten ändern an einem grundlegenden Problem nichts: Unternehmen investieren nicht genug. Die Investitionsquote der Firmen liegt seit zwei Jahren bei lediglich 3,5% ihrer Nettoeinkünfte, teilt die EZB mit.

Unternehmen müssen für die betriebliche Altersvorsorge ihrer Angestellten mehr sparen. Wären die Zinsen höher, käme der Zinseszins-Effekt zum tragen, und die Firmen könnten einen größeren Teil ihrer Gewinne in Investitionen stecken. Gemäß der EZB sollen sie sich das Geld für Investitionen bei den Banken besorgen. Das ist vielen Unternehmen aber zu riskant und auch zu unseriös.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte den EUR/CHF-Kurs nach oben aus der Wohlfühlzone rauskicken, indem sie ihren Negativzins (aktuell: -0,75%) auf -1,00% senkt. Die EZB ist in der Lage die Devisennotierung nach untern rauszukicken, sollte sie ihre Anleihekäufe um ein Jahr verlängern und künftig überproportional viele Staatsanleihen aus Südeuropa kaufen.