14.04.16

Neue Prognose der Erste Group: Kreditnehmer brauchen Geduld

Der Euro steigt auf 1,13 Franken, prognostiziert die Erste Group. Zentrale Wirtschaftsdaten zeigten eine Überbewertung des Schweizer Frankens. Der Prozess des Abbaus der Überbewertung werde allerdings mehr Zeit in Anspruch nehmen, als man ursprünglich dachte. Die Wechselkursprognose der Erste Group macht Franken-Kreditnehmern Mut. Ihre Kreditschuld würde sich verringern.

"Wir erwarten, dass der EURCHF - angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der globalen Konjunktur und weiterer geldpolitischer Maßnahmen sowie der Unsicherheit rund um einen möglichen 'Brexit' - noch für einige Monate in der Bandbreite von 1,09-1,10 pendeln wird", heißt es in dem aktuellen Global-Strategy-Ausblick der Erste Group für das 2. Quartal 2016.

Die Bank rechnet erst im ersten Vierteljahr 2017 mit einem Eurokurs von 1,13 Franken. Zuvor ging man davon aus, dieses Kursniveau bereits Ende 2016 erreicht sein würde.


Für einen Franken-Kreditnehmer dürfte es im Endeffekt egal sein, ob der Kurs drei Monate früher oder später 1,13 erreicht. 94% der ausstehenden Fremdwährungskredite von Privathaushalten sind endfällig, wie die Daten der Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien zeigen.

Aktuell notiert der Euro bei 1,09 Franken. Könnte er tatsächlich auf 1,13 Franken steigen, würde das bei einem Franken-Darlehen im Gegenwert von 150.000 Euro, das vor 15 Jahren zu einem Eurokurs von 1,50 Franken aufgenommen wurde, eine Verringerung der Restschuld um 9.218 Euro bedeuten. Viele Franken-Kredite laufen wegen dem Negativzins in der Schweiz inzwischen als zinslose Kredite.

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