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22.04.16

Das Albtraum-Szenario, vor dem es allen graut

Ist für den Euro bei 1,1015 Franken Schluss, oder legt er noch einmal nach? Der Wachstumsmotor im Euroraum springt nicht an. Volkswirte senken den Konjunkturausblick. China bereitet große Sorgen. Die ersten Risiko-Manager legen Albtraum-Szenarien vor. Die Schweiz würde zwar hart getroffen, der Franken bliebe aber ein Sicherer Hafen.

Der Eurokurs klettere in den zurückliegenden zwei Wochen von 1,0840 Franken auf 1,1015 Franken (+1,61%). Begleitet, oder wahrscheinlich überhaupt erst möglich, wurde der Anstieg wegen der guten Stimmung an den Börsen. Der Aktienindex Euro Stoxx 50 stieg zwischen dem 7. April und 22. April von 2.872 Punkte auf 3.142 Zähler (+9,41%).

Nicht bei 1,7% wie im Januar prognostiziert, sondern bei 1,5% wird das Wirtschaftswachstum des Euroraums im laufenden Jahr liegen, zeigt eine aktuelle EZB-Umfrage. Für 2017 gehen die Experten von 1,8% auf 1,6% nach unten.

US-Investorenlegende George Soros warnt vor China. Dort gebe es eine Kreditblase, die immer weiter aufgeblasen werde. Aktuell sei die Lage wie in den USA in den Jahren 2005/2006. Der gebürtige Ungar argumentiert, dass der eintretende Schaden bei einem Platzen umso größer ist, je länger die Blase mit neuen Kredit größer gemacht wird.

Albtraum-Szenario

2,34 Billionen Yuan (323 Milliarden Euro) neue Kredite wurden im März in China ausgereicht. Das war fast doppelt so viel, wie von Analysten erwartet. "Der größte Teil der Kredite wird benötigt, um faule Kredite und verlustmachende Firmen am Leben zu erhalten", sagt Soros.

Wenn China crasht, kämen Eurozone und Schweiz ganz sicher nicht ungeschoren davon. Analysiert man die Horror-Szenarien, macht die Flucht in den Schweizer Franken, trotz dicken Verlusten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Sinn.

Sollte die SNB auf ihre in Aktien und Anleihen angelegten Devisenreserven von knapp 600 Milliarden Franken einen Verlust von 50% machen, stiege die Staatsverschuldung der Schweiz von derzeit 35% auf etwa 80% der Wirtschaftsleistung. Rechnet man 10% für Konjunkturprogramme (Kurzarbeitergeld etc.) hinzu, wäre die Schweiz bei 90%.

Das wäre immer noch niedriger als im Euroraum. Er müsste bei einem China-Crash mit seiner Schuldenquote von derzeit 90% auf 110-130% nach oben gehen und sich wegen großen Unterschieden zwischen dem Norden und Süden erneut die Existenzfrage stellen.