23.03.16

Achtung, Trendwende: 14-monatige Euro-Erholung vor dem Aus

Den Prognosen der Devisenexperten aus der City of London zum Trotz, zieht es den Euro nach unten. Die von Morgan Stanley, Barclays und ABN Amro anvisierten EUR/CHF-Kurse von 1,14-1,15 rücken in die Ferne. Stattdessen sinkt die Devisennotierung unter 1,09. Der mit dem Frankenschock vor gut einem Jahr entstandene Kurs-Bonus des Euros, ihn gibt es nicht mehr.

Weder schaffte es der Euro bis Ende 2015 auf 1,12 Franken, noch wird es aller Voraussicht nach bis Ende März 2016 auf 1,13 Franken schaffen. Von Morgan Stanley abgegeben Wechselkursprognosen und die tatsächliche EUR/CHF-Entwicklung sind zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Insofern stehen die Chancen gut, dass der Euro bis Ende 2016 nicht wie von der Bank prognostiziert auf 1,15 Franken steigen wird.

Anstatt zu steigen, ist der aktuell bei 1,0870 notierende EUR/CHF-Kurs dabei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf den Zahn zu fühlen. Devisenhändler wollen herausfinden, wo die Schmerzgrenze der SNB liegt. Einige gehen davon aus, dass die SNB versuchen wird, den Kurs über 1,08 zu halten. Es gibt aber auch Ökonomen, die sagen, dass die Schweizer Exportwirtschaft inzwischen locker Eurokurse von 1,05 Franken wegstecken könne.

Ungeachtet dessen rechnet die britische Barclays Bank mit einem Anstieg des Euros auf 1,14 Franken. Damit sich diese Prognose bewahrheitet, müssten die Briten wahrscheinlich von einem EU-Austritt (Brexit) absehen. Bei der zu der Royal Bank of Scotland gehörenden ABN Amro hat man seine zu Jahresbeginn ausgegebene EUR/CHF-Prognose von 1,15 inzwischen auf 1,10 eingestampft.

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Es braue sich bereits seit einigen Wochen etwas zusammen, sagen Charttechniker. Ursache sei das am 29. Februar 2016 bei 1,0810 markierte Tief. Dadurch habe sich ein Ende des seit dem Mindestkurs-Aus dominanten Aufwärtstrends ergeben. Als der Euro dann noch in der ersten Märzhälfte scheiterte, die Marke bei 1,10 zurückzuerobern, sei das Kind in den Brunnen gefallen.