14.02.16

Bankenkrise momentan einziger Hoffnungsschimmer für EUR/CHF

Der Euro kann die Risiken in Südeuropa nicht länger ignorieren. Die Zinsen in Italien, Spanien und Portugal steigen, während die in Deutschland sinken. Das Ergebnis ist eine Ausweitung der Risikoaufschläge und ein Rückfall des Euros von 1,12 auf 1,10 Franken. Die EZB wird alles geben, um die Zinsen in Südeuropa wieder nach unten zu begleiten. Dadurch ist der Eurokurs mehr denn je auf eine schwache Schweiz angewiesen.

Auf dem Anleihenmarkt braut sich etwas zusammen. Bei italienischen- und portugiesischen Staatsanleihen werden wichtige Widerstandsniveaus gebrochen. Auch die Zinsen auf spanische Staatsanleihen klettern. Ein weiterer Zinsanstieg scheint nur eine Frage der Zeit. In Deutschland kennen die Zinsen, wie bereits auf früheren Krisenhöhepunkten, nur den Weg nach unten.

Bei einen Auseinanderdriften von Bundesanleihen und südeuropäischen Papieren war der Euro gegenüber dem Franken in den letzten Jahren regelmäßig chancenlos. Bisher fielen die Kursabschläge beim EUR/CHF gering aus. Hintergrund ist die Europäische Zentralbank (EZB). Sie kauft Staatsanleihen und verlangsamt damit den Prozess der Zinsausweitung.

In Spaniens und Portugals Politik gibt es seit kurzem Mehrheiten, die Reformen zurückdrehen wollen und beabsichtigen, noch tiefer in die Verschuldung zu gehen. Italien hat zwar umfangreiche Reformen angekündigt. Die Ausbeute ist aber gering. Die italienischen Wirtschaft schaffte im Schlussquartal 2015 lediglich eine Wachstumsrate von 0,1% gegenüber dem Vorquartal.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich voraussichtlich bemühen, die Risikoaufschläge zwischen Deutschland und Südeuropa zu verkleinern. Weil die EZB ihre Niedrigzinspolitik und ihre Anleihekäufe immer weiter in die Zukunft fortschreiben muss und damit den Außenwert des Euros verwässert, scheidet ein durch den Euroraum herbeigeführter Anstieg beim EUR/CHF-Kurs aus.

Wer eine Abschwächung des Frankens sehen möchte, muss damit auf ein Einknicken der Schweiz hoffen. Die Schweizer Wirtschaft hätte bei einer Banken-Krise ein Problem, weil die Bilanzsummen der Banken im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sehr viel größer sind als im Euroraum.