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12.06.15

War es das? Euro deckelt bei 1,0555 Franken aus

Der Eurokurs purzelt von 1,0555 Franken auf 1,0428 Franken (-1,20 Prozent). Eine Einigung im griechischen Schuldenstreit rückt in die Ferne. Die Fronten sind verhärtet. Athen bezeichnet Berichte über neue Gespräche auf technischer Ebene als "Science Fiction". Die Gläubiger, allen voran Österreich, die Niederlande und Finnland, bleiben beinhart.

Griechenland werde fortan nur noch über eine Umstrukturierung seiner Schulden und den so genannten Primärüberschuss (Haushaltsüberschuss vor Zins- und Tilgungszahlungen) verhandeln, verlautet aus Regierungskreisen in Athen. Die Geldgeber pochen jedoch auf Rentenkürzungen, Privatisierungen und eine Anhebung der Mehrwertsteuer.

"Deutschland ist keines der Länder, die am meisten von Griechenland fordern. Finnland, Österreich und die Niederlande sind viel fordernder", sagt Jean-Claude Juncker dem französischen TV-Kanal "France Culture". Der Ball liege jetzt im griechischen Feld. Er glaube, dass eine Einigung in den nächsten Tagen notwendig sei, fügte der Chef der EU-Kommission hinzu.


Wie ein Kaninchen auf die Schlange starrt der Euro auf die undurchschaubare Lage im Schuldenstreit. Sollte eine bei EUR/CHF 1,0420 liegende Unterstützung nicht halten, wäre Platz für einen Rückgang auf 1,03. Nach einem erneuten Versuch die hartnäckige Widerstandszone bei 1,0550-1,0600 zu überspringen, sieht es derzeit nicht aus.

Die beiden Parteien reden aneinander vorbei. Die griechische Regierung betont immer wieder, dass eine Einigung möglich sei. Allerdings beziehen sich diese Aussagen lediglich auf den Primärüberschuss und die Umstrukturierung der Schulden. Von den Geldgebern geforderte Rentenkürzungen sind für Athen ein rotes Tuch., über das nicht verhandelt wird.

Griechenland gibt zehn Prozent seiner Wirtschaftsleistungen für Zuschüsse in die Sozialversicherung aus, rechnet der IWF vor. Im EU-Durchschnitt sind es nur 2,5 Prozent. 80 Prozent der Einnahmen des Staates müssen für Zahlungen von Renten und Gehältern von Staatsbediensteten aufgewendet werden.