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06.09.14

Draghi verteilt 500 Milliarden Euro mit dem Hubschrauber

Auf die Schweiz kommen ungemütliche Zeiten zu. Nicht nur das EZB-Chef Mario Draghi über der von Euroländern umzingelten Insel kein Geld abwerfen wird. Der massiven Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone werden die Eidgenossen etwas entgegenstellen müssen. Der Euro notiert aktuell bei 1,2050 Franken und kann jederzeit auf 1,2000 zusammenklappen.

Aus Super-Mario wird Hubschrauber-Mario. Als Mario Draghi gleich auf seiner ersten Sitzung als EZB-Chef im November 2011 den Leitzins senkte, wurde er in der deutschen Presse noch gefeiert. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet.

Draghi wird wahrgenommen als jemand, der Zentralbankgeld mit dem Hubschrauber über dem Währungsraum abwirft, damit sich Italien und Frankreich vor Strukturreformen drücken können. Am Donnerstag beschloss der Italiener nun mit breiter Unterstützung seines EZB-Rates den Kauf von Pfandbriefen und gebündelten Unternehmenskrediten (ABS-Papiere).

Ausgebootet

Deutschlands Bundesbankchef Jens Weidmann soll dagegen gewesen sein. Weidmann ist jedoch kein ernstzunehmender Gegner. Draghi verfüge nach eigenen Aussagen im EZB-Rat, wo die Deutsche Bundesbank das gleiche Stimmgewicht hat wie die Notenbank von Malta, über eine komfortable Mehrheit.

Den Agenturmeldungen zufolge rechnen EZB-Vertreter mit einem über die Notenpresse finanzierten Kaufprogramm von Pfandbriefen und ABS-Papieren in Höhe von 500 Milliarden Euro. Bei der Oktobersitzung der EZB werden die Details bekanntgegeben.

Um den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken zu verteidigen, müsste die Schweizerische Nationalbank (SNB) theoretisch Euro-Stützungskäufe in gleicher Höhe durchführen. Der Fremdwährungsbestand der SNB würde von zuletzt 453 Milliarden Franken (378 Milliarden Euro) auf  1,05 Billionen Franken (878 Milliarden Euro) anschwellen.

Damit hätte die SNB fast zweimal so viel Geld gedruckt, wie die gesamte Wirtschaftsleitung ausmacht. Das Schweizer Bruttoinlandsprodukt, also die Summe aus privaten Konsum, Staatsausgaben, Investitionen sowie der Differenz von Exporten und Importen, lag zuletzt bei ca. 580 Milliarden Franken.