Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab September 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

20.09.13

Bernankes Egoismus gefährlich für Euro-Franken-Kurs

Am Devisenmarkt ist der Eurokurs kurz davor unter die Marke bei 1,23 CHF zu sinken. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,2315 Franken, nachdem sie während des späten Handels am Donnerstag auf ein Zwei-Wochen-Tief bei 1,2311 einbrach. Es ist offenkundig, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihr Pulver verschossen hat.

Die Sitzung der SNB am Donnerstag war eine Randerscheinung. "Die Nationalbank steht bereit, den Mindestkurs wenn nötig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchzusetzen", heißt es in der geldpolitischen Lagebeurteilung. Der Franken sei nach wie vor hoch bewertet.

Währungshändler sehen dies offenbar anders. Der Eurokurs ist in den vergangenen vier Monaten von 1,2650 auf 1,2311 CHF (-2,68%) gesunken. Es sieht schlecht für den Wechselkurs der Gemeinschaftswährung zum Franken aus, weil die US-Notenbank Fed die Finanzwelt am Mittwochabend überrumpelte. Die monatlichen Anleihekäufen in Höhe von 85 Milliarden Dollar werden fortgesetzt.

Kettenreaktion

Marktbeobachter hatten mit einer Verringerung auf 75 Milliarden Dollar gerechnet. Allerdings sträubte sich der scheidende Fed-Chef Ben Bernanke dagegen, weil sonst die Zinsen etwas ansteigen könnten. Unternehmen und Verbraucher kommen bei einem Konjunkturaufschwung sehr gut mit steigenden Zinsen klar. Warum das diesmal anders sein soll, bleibt das Geheimnis der Fed.

Bernanke und seine wahrscheinliche Nachfolgerin Janet Yellen, die als Verfechterin einer noch expansiveren Geldpolitik gilt, verursachen (wahrscheinlich mit voller Absicht) eine starke Abwertung des US-Dollars. Der Euro kletterte nach dem Fed-Entscheid auf ein Sieben-Monats-Hoch bei 1,3570 Dollar. Dies dürfte wiederum die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang bringen.

Der starke Euro droht die exportgetriebene Erholung der südlichen Euro-Staaten abzuwürgen. Man wird wahrscheinlich nicht tatenlos zusehen, wie der Euro schnurstracks auf 1,40 Dollar hoch schießt. Die Europäische Zentralbank könnte sich dazu gezwungen sehen den Leitzins auf 0,25 Prozent zu senken, wodurch eine Erholung des Euros zum Franken noch weiter in die Ferne rücken würde.