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03.04.13

EZB sagt: "Der Schweizer Mindestkurs ist okay für uns"

Die Europäische Zentralbank (EZB) findet das Eingreifen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Ordnung. Damit gehört die Schweiz nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure nicht in die Gruppe von Ländern, die ihre Währung offenkundig abwerten, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Der Eurokurs CHF lässt sich von dem EZB-Gütesiegel für den Mindestkurs aber nicht beeindrucken.

Am Mittwochabend sinkt die Gemeinschaftswährung auf ein frisches Fünfwochentief bei 1,2132 Franken. Vor der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag geht der Euro in Deckung. Die Europäische Zentralbank plane ein Programm zu installieren, das mittelständischen Unternehmen in Südeuropa den Zugang zu den Kreditmärkten erleichtern soll, berichtet die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit".

Man sehe von den Devisenaktivitäten der Schweizerischen Nationalbank keine negativen Übertragungseffekte auf den Euroraum, sagte Coeure am Dienstagabend auf einer Podiumsdiskussion in Washington. "Das ist okay, solange es andere Regionen nicht stört."

Der Franzose stellte zugleich eine indirekte Steuerung des Euro Wechselkurses in Aussicht, sollte dieser den Inflationsausblick beeinträchtigen. So könne die Notenbank Maßnahmen zum Ausgleich von Devisenbewegungen ergreifen, wenn die Preisstabilität im Euroraum auf mittlere Sicht gefährdet sei.

Im Euroraum herrschen derzeit latente Deflationsgefahren. Die Inflationsrate sank nach Vorabschätzung von Eurostat von 1,8 Prozent im Februar auf 1,7 Prozent im März, wie das luxemburger Statistikamt heute Vormittag mitteilte. Oberstes geldpolitisches Ziel der EZB ist es die Teuerung knapp unter zwei Prozent festzumachen.

Fiele die Inflationsentwicklung auf 1,5 Prozent oder 1,0 Prozent könnten die von Coeure genannten Maßnahmen zum Ausgleich von Devisenbewegungen zum Einsatz gekommen. Die EZB müsst de facto ihre Geldschleusen weiter öffnen, um eine noch kräftigere Abwertung des Euros zum Dollar zu erreichen. Eine solche Lockerung könnte den Euro dicht an den Mindestkurs bei 1,20 CHF drücken.