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24.04.13

Euro setzt Steilflug ungeachtet Zinsangst auf 1,2318 CHF fort

Der Eurokurs steigt auf ein Sechswochenhoch bei 1,2318 Franken. Marktbeobachter reiben sich die Augen. Warum kann das Devisenpaar für seine Verhältnisse gerade jetzt so kräftig zulegen? Die Eurozone liefert schlechte Konjunkturdaten. Gleichzeitig befeuert EZB-Vizepräsident Constancio die Spekulationen über eine Leitzinssenkung.

Unterdessen schleichen die Zinsen für italienische- und spanische Staatsanleihen fast ungeachtet auf Mehrjahrestiefs. Zehnjahrespapiere aus Italien rentieren aktuell mit 3,94 Prozent so niedrig wie zuletzt im Oktober 2010. Auf dem tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren fallen auch die Staatspapiere aus Spanien, die bei 4,27 Prozent notieren.

Zinsentwicklung italienische Zehnjahrespapiere (Bild: Bloomberg)

Die niedrigen Zinsen sind ein klares Indiz für ein Abflauen der Schuldenkrise. Die Risikobereitschaft steigt, und mit ihr der Eurokurs CHF. Da spielt es keine Rolle, dass die Vorabschätzung für den deutschen Einkaufsmanagerindex aus dem produzierenden Gewerbe (47,9 Punkte) und das Ifo-Geschäftsklima (104,4 Punkte) unter den Erwartungen bleiben.

"Einige Anleger sind der Ansicht, dass ein höherer EURCHF die Folgen der Rezession in Europa abfangen würde", schreibt die UBS in einem aktuellen Analysebericht.

Man könnte den Anstieg des Euros, der sich in der Vorwoche noch bei 1,2135 CHF lethargisch bewegte, auch wie folgt interpretieren: Wenn sich zeitgleich deutsche Konjunkturdaten verschlechtern und Südeuropas Zinsen fallen, so ist das ein Indiz dafür, dass sich die Wachstumskluft zwischen dem Norden und dem Süden der Eurozone verringert. Die Kräfte, die den Währungsraums zusammenhalten, steigen. Davon profitiert der Euro.