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12.02.13

Aufholjagd trägt Eurokurs auf 1,2345 Schweizer Franken

Am Devisenmarkt kommt es zu einer Trendwende. Der Kurs des Euros orientiert sich wieder nach oben. Zum Handelsauftakt in Asien kletterte die Gemeinschaftswährung im Hoch auf 1,2345 Franken. Um 9:00 Uhr MEZ notiert der Eurokurs bei 1,2320 CHF. Am Freitag fiel das Devisenpaar zwischenzeitlich auf 1,2252. Das war der niedrigste Stand seit vier Wochen.

"Der Franken ist aber auch beim heutigen Kurs gegenüber dem Euro überbewertet", erläuterte das Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Fritz Zurbrügg, im Gespräch mit der "Aargauer Zeitung" (Montagsausgabe). "Der Mindestkurs bleibt auf absehbare Zeit das geeignete Instrument zur Gewährleistung der Preisstabilität."

Seit einiger Zeit stagnieren die Devisenreserven der SNB. Im Januar lag der Fremdwährungsbestand bei 427,05 Milliarden Franken, wie aus einer Mitteilung der Nationalbank an den Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgeht. Ende Dezember hatte die Nationalbank Euro, Dollar, Pfund und Co. im Gegenwert von 427,20 Milliarden Franken eingelagert.

SNB Devisenreserven (Mrd. Franken)

Von einer nachhaltigen Entspannung kann noch keine Rede sein. Im Januar 2012 hatten sich die Devisenreserven auf lediglich 229,30 Milliarden Franken belaufen. Es folgten massive Interventionen zur Aufrechterhaltung des Euro Mindestkurses bei 1,20 CHF, die Zurbrügg wie folgt beschreibt:

"Vor allem im zweiten und dritten Quartal 2012 mussten wir stark intervenieren. Die Ausweitung der Bilanz ist eine Folge dieser Politik. Aber das war unumgänglich, um gegen die starke Überbewertung des Frankens vorzugehen."

Um den Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken zu steuern, Kritiker sagen zu manipulieren, hat die SNB Fremdwährungsbestände in Höhe von 67 Prozent des Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP) angeschafft. Die massive Ausweitung der Bilanzsumme birgt bei einem Einsickern des Geldes in die Realwirtschaft langfristig Inflationsgefahren.