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22.01.13

Geht jetzt die Luft raus? Euro bleibt unter 1,24 Franken

Der Kurs des Euros zum Franken ist am Dienstag dabei den dritten Verlusttag in Folge zu verbuchen. Die Gemeinschaftswährung wird um 15:45 Uhr MEZ bei 1,2385 Franken gehandelt. Das sind rund zwei Rappen weniger als am vergangenen Freitag, als das Devisenpaar auf den höchsten Stand seit Mai 2011 bei EUR/CHF 1,2570 kletterte.

Gegenüber dem US-Dollar steht der Euro am Dienstagnachmittag bei 1,3315. Devisenhändler warten auf einen Ausbruch. Seit Tagen pendelt der Wechselkurs die meiste Zeit zwischen 1,3300 und 1,3330. Damit die Einheitswährung neuen Schwung bekommt, müsste das 13-Monatshoch der Vorwoche bei 1,3404 übersprungen werden. Die Bären warten auf einen Schlusskurs unter 1,3260

"Jetzt sind die Euro-Käufe nicht mehr nötig", stellt der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn im Gespräch mit dem Schweizer Finanzportal Cash fest. Sinn empfiehlt der SNB die jüngste Aufwertung des Euros zum Franken zu nutzen, um Devisenreserven abzubauen. Die Ausweitung der Fremdwährungsbestände sei nicht ohne Risiko.

Eine solche Aktion könnte nach hinten losgehen. Sollte die Schweizerische Nationalbank (SNB) damit beginnen einen Teil ihrer Devisenreserven in Höhe von 427 Milliarden Franken (Stand 31.12.2012) zu verkaufen, könnte eine Verkaufswelle beim Eurokurs CHF losgetreten werden. Eine solche Aktion ließe sich wohl kaum geheim halten. Wenn eine Zentralbank am Währungsmarkt aktiv wird, spricht sich das sofort herum.

In Nullkommanichts könnte der Eurokurs sodann durch Herdenverhalten auf den Mindestkurs bei 1,20 CHF fallen. Sodann müsste die Nationalbank ihre Fremdwährungsbestände wieder aufzustocken, um die Untergrenze zu verteidigen. Am wahrscheinlichsten ist ein "typisches Schweizer Vorgehen". Notenbankchef Thomas Jordan dürfte in aller Ruhe abwarten und erst einmal überhaupt nichts zu tun.