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05.12.16

Schweiz hat ureigenes Interesse EUR/CHF über 1,07 zu halten

Der Euro mobilisiert zum Jahresende noch einmal alle Kräfte. Die Schweizer gehen in Konstanz und Umgebung auf Einkaufstour. Es sind aber nicht jene Euros, die von den Einkaufstouristen erworben werden, die den Franken abschwächen. Die eidgenössischen Währungshüter haben ein starkes Interesse daran, den Euro bis zum Jahresende mindestens bei 1,07 Franken zu halten.

Gold wird immer günstiger, die Anleihekurse von deutschen- und französischen Staatsanleihen sinken, Aktien geben nach. Auf den ersten Blick hat das nichts mit dem EUR/CHF-Kurs zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Denn in ihrer Funktion als Großanlegerin hält die Schweizerische Nationalbank (SNB) zuhauf diese Vermögenswerte.


Die SNB droht mit ihrem Anlageportfolio ein Minus zu machen. Dadurch schwindet ihr Spielraum eine weitere Abschwächung des Euros gegen den Schweizer Franken zu tolerieren. 42% der Assets der SNB laufen in Euro. Müsste sie eine Wertberichtigung vornehmen, weil der Euro Ende 2016 bei 1,05 Franken steht und damit tiefer als Ende 2015, als er bei 1,0850 Franken stand, wären grob geschätzt etwa 7 Milliarden Franken futsch.

In der Schweiz hat man also ein ureigenes Interesse daran, den EUR/CHF-Kurs bis zum Jahresende einigermaßen stabil zu halten. Erst im nächsten Jahr könnte man die Devisennotierung auf 1,05 oder tiefer ziehen lassen.

"Vom Duschgel bis zur Küchenzeile: Die Schweizer kaufen weiterhin gerne im benachbarten, günstigeren Baden-Württemberg ein", heißt es in einem Bericht auf "Focus Money". Ein Ende des Einkaufstourismus ist nicht in Sicht. Neben dem anhaltend starken Franken profitieren die Schweizer auch noch von einer Mehrwertsteuerrückerstattung.