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09.12.16

Nicht von Euro-Anstieg auf 1,09 Franken täuschen lassen

Der Eurokurs belässt es bei einem kurzen Ausflug auf 1,09 Franken. Es geht inzwischen wieder bergab. Mario Draghi forciert seine Geldpolitik des wachsweichen Euro. Der Italiener droht der Anlegerwelt mit einer langen Präsenz an den Finanzmärkten. Draghi kommandiert die EZB seit November 2011. Er hat seitdem dem Euro gegen den Schweizer Franken um 14% und gegen den US-Dollar um 25% abgeschwächt.

Für den Euro geht es erst einmal auf ein 2-Monatshoch bei 1,0897 Franken. Die Devisennotierung trägt damit dem Umstand Rechnung, dass die EZB beschließt, ihre monatlichen Anleihekäufen ab März 2017 um 20 Milliarden auf 60 Milliarden zu verringern. Das war aber auch die einzige gute Nachricht für den Euro.

Denn als ein Tapering, also den Beginn der Rückführung der Anleihekäufe auf null, will Draghi diesen Schritt nicht verstanden wissen. Vielmehr sagt er, seine EZB werde noch lange Zeit an den Finanzmärkten präsent sein. Ende 2017 dürfte demnach noch nicht Schluss mit den Anleihekäufen. Weitere Verlängerungen sind unausweichlich. Damit verlängert sich auch die Leidenszeit des Euro.

Als Draghi im November 2011 EZB-Präsident wurde, war 1 Euro noch 1,24 Franken und 1,40 US-Dollar wert. Inzwischen sind es nur noch 1,07 Franken und 1,06 Dollar. Die massive Abschwächung des Euros zeigt, wohin die Reise geht. Aus der Eurozone wird eine italienische Währungsunion, in der die Notenbank permanent Geld druckt und es an Regierungen in Form von zinsgünstigen Krediten weiterreicht.


Draghi wird noch drei Jahre EZB-Präsident sein, was den langfristigen Ausblick für den Euro extrem eintrübt. Auch auf kurze Sicht sieht es düster aus. Der EUR/CHF-Kurs ist nach dem kurzen Anstieg auf 1,09 wie ein heißes Messer durch Butter durch die 200, 150, 100 und 50-Tage-Linie gegangen. Damit setzt sich die Abwärtsbewegung fort, neue Tiefs unter 1,07 kommen in Reichweite.