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01.12.16

Hat der Euro sein Pulver bei 1,0815 Franken verschossen?

Der Eurokurs klettert mit 1,0815 Franken auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Nach seinem Höhenflug südet sich die der Euro wieder bei 1,0750 ein. Die schwache Kreditvergabe in der Eurozone zeigt: Licht am Ende des Tunnels ist weiter nicht in Sicht. Hinzu kommt: Die Eurozone hat mit ihrem "Draghi Almighty" ein handfestes Integritätsproblem.

Das Wachstum der Geldmenge im Euroraum hat sich deutlich verlangsamt, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Bei der Kreditvergabe kommt kaum Dynamik hinzu. Das Kreditwachstum der Haushalten stagnierte. An Unternehmen vergaben die Banken zwar etwas mehr Kredite. Eine Trendwende zu mehr kreditfinanziertem Wirtschaftswachstum sieht aber anders aus.

Draghi Almighty

Mario Draghi ist nicht nur der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Italiener leitet auch den den Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB). In dieser Funktion hat er nun Österreich, die Niederlande, Finnland und weitere Länder vor einer Überhitzung der dortigen Immobilienmärkte gewarnt.

Es ist ein komisches Konstrukt, dass sich die Europäer in ihrer Regulierungswut und ihrem Kontrollwahn nach der Finanzkrise gebastelt haben. So warnt Draghi vor einem Immobiliencrash, obwohl er durch die Abschaffung der Zinsen dafür gesorgt hat, dass sich Investitionen in Sachwerte so großer Beliebtheit erfreuen.

Überschneidungen gibt es auch bei der Bankenaufsicht. Die hat Draghi nämlich im eigenen Haus. Er zwingt durch seine Zinspolitik die privaten Banken, Geld auszuleihen, was später zu Kreditverlusten führen kann. Gleichzeitig stellt er fest, dass die Banken viele faule Kredite in ihren Bilanzen haben.