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07.10.16

Lagardes Banken-Kuli bremst Euro bei 1,0960 Franken aus

Die deutsche- und französische Industrie setzen den Eurokurs in die Anstiegsspur, und so klettert er um einen halben Rappen auf 1,0956 Franken. Eine vom Gaspedal gehende Schweizer Notenbank untermauert die Aufwertung. Euro-Stützungskäufe braucht es momentan keine. Der IWF versucht Liberté, Égalité, Fraternité mit dem Schwerpunkt auf Gleichheit der Eurozone aufzupflanzen und verhindert stärkere Kursgewinne.

Die Konjunkturerholung in der Eurozone verbreitert sich. Der deutsche Industriesektor hat seine Produktion im August überraschend kräftig gesteigert. Die Ausbringungen erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 2,5%, teilt das Statistische Bundesamt mit. In Frankreich kletterte die Industrieproduktion mit 2,1% dreimal so stark wie von Analysten erwartet.

Von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Aufpäppelung des Euro-Franken-Kurses aufgehäufte Devisenreserven haben sich kaum verändert. Der Fremdwährungsbestand stieg per Ende September lediglich um 0,18% auf 628,05 Milliarden Franken. So wenig hatten die Euro-Verteidigungshändler der SNB zuletzt vor einem halben Jahr zu tun.

Dass Wolfgang Schäubles Duzfreundin Christine Lagarde die Deutsche Bank auf dem Kieker hat, ist ein weiteres Indiz dafür, dass Frankreich und die USA an einem Strang ziehen, um die hohen deutschen Exportüberschüsse runterzubekommen. Lagarde hat ihren Kuli, den IWF-Bankenexperten Peter Dattels rausgeschickt, um die Deutsche Bank massiv zu kritisieren und beratschlagen.

Schäuble sagt nun, es sei nicht die Aufgabe des IWF Bankenaufseher zu spielen. Lagarde fordert ferner, dass Deutschland, Kanada und Südkorea Investitionsprogramme auf Pump fahren, um der Weltwirtschaft unter die Arme zu greifen. Das Trio kommt aber gerade einmal auf ein Drittel der Wirtschaftsleistung der USA. Wie viel vonnöten ist, damit sich wirklich etwas tut, zeigen die immensen Ausgabenprogramme nach der Finanzkrise.

Es ist skandalös, wie die Französin Lagarde immer wieder jene Länder kritisiert und in die Pflicht nimmt, die wettbewerbsfähig sind und eine niedrige Arbeitslosigkeit haben, und jene Länder außen vor lässt, die sich selbst heruntergewirtschaftet haben. Aber Deutschland ist selbst schuld. Es hätte sich für Mexikos fachlich besser geeigneteren Zentralbankchef Agustín Carstens als IWF-Chef einsetzen können, tat es aber wohl aus Fraternité zu Frankreich nicht.