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17.10.16

Ist der Euro die meistunterschätzteste Währung?

Der Euro steigt kurz auf 1,09 Franken, fällt dann aber wieder auf 1,0860 Franken zurück. Er trägt damit der Schaukelbörse Rechnung. Einige sehen im Euro die meistunterschätzteste Währung. Erst muss aber der US-Dollar in der Gunst der Anleger sinken. Dann wäre der mit dem Bundesbank-Modell geimpfte Euro imstande seine Stärken auch gegen den Franken auszuspielen.

Keine Überraschung bei der Inflation im Euroraum: Die Verbraucherpreise lagen im September 2016 um 0,4% höher als im September 2015, teilt Eurostat mit. Einige hatten mit einem einer stärkeren Teuerung gerechnet, weil die Preisentwicklung in Deutschland um 0,3% auf 0,7% stieg. Aber ganz offenbar hindern weiter die hohen Arbeitslosigkeiten in Frankreich, Italien und Spanien die Euro-Inflation daran, stärker zu steigen.

Am Aktienmarkt stehen die Anzeichen auf sinkenden Notierungen, was wegen der damit aufkommenden Risikoaversion im Verdacht steht, dem Schweizer Franken zugute zu kommen. Der Oktober ist in der Regel ein schlechter Monat für Börsianer. Nicht nur beim Börsen-Crash 1987 und der Weltfinanzkrise 2008 gab es hohe Verluste. Statistiken zeigen, dass es auch in anderen Jahren ein gefährlicher Monat war, den hohe Tagesverluste prägten.

Bei den letzten beiden längeren Börsenbeben im August/September 2015 und Januar/Februar 2016 konnte der Euro-Franken-Kurs entgegen der allgemeinen Erwartung jeweils steigen. Das sei ein Indiz dafür, dass es sich beim Euro um eine der meistunterschätztesten Währungen handele, sagen die Euro-Bullen.

In der Tat scheint der Dollar überschätzt, zumal die USA mehr Schulden im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung haben als die Eurozone. Ferner wurde gerade bekannt, dass das US-Haushaltsdefizit für das Fiskaljahr 2016 bei 3,2% lag. Das waren 0,7% mehr als 2015. Hinzu kommt das chronische US-Handelsdefizit.

Ausblick:
Sollte dem Euro ein Comeback auf 1,15 Dollar oder 1,20 Dollar gelingen, dürfte das den Euro-Franken-Kurs mit nach oben ziehen. Damit es dazu kommen kann, bedarf es neben einem US-Börsenschock einer seriöseren Geldpolitik in der Eurozone, also einer EZB, die sich auf das Bundesbank-Modell rückbesinnt.