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31.10.16

Dreisäuliges deutsches Bankenwesen klarer Euro-Risikofaktor

Zum unklaren US-Wahlausgang gesellt sich mit dem Wackel-Banken ein üblicher Verdächtiger. Wer glaubt, die Gefahr ginge nur von faulen Krediten südeuropäischen Geldhäuser aus, irrt gewaltig. Deutschland ist mit seinen Banken Ineffizienz-Europameister, stellt EZB-Direktor Yves Mersch fest. Es besteht die Gefahr, dass das Beispiel Volkswagen im Bankensektor Schule macht.

Der Skandal um die Emails von Hillary Clinton seien ein größer als der von Watergate, behauptet Donald Trump. An der Börse erwartet man bei einem Wahlsieg von Trump zunächst einmal kräftig fallende Kurse, sowie nach dem Brexit-Votum. Der Schweizer Franken hatte nach dem Nein der Briten zur EU auf 1,0620 per 1 Euro aufgewertet.

Aktuell notiert der Euro-Franken-Kurs bei 1,0840. Der Euro hat damit im Oktober knapp ein Prozent eingebüßt, nachdem er im September auf der Stelle trat und und im August um 1,3% zulegen konnte. Die letzten beiden Monate standen wieder einmal im Fokus europäischer Banken. Im Süden sind die Geldhäuser mit faulen Krediten überfrachtet. Aus dem deutschen Norden kommen Ineffizienzen und natürlich die Deutsche Bank dazu.

"Der deutsche Bankensektor ist einer der größten Europas, aber auch einer der ineffizientesten", sagt EZB-Direktor Yves Mersch laut einer Reuters-Meldung. "Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis der deutschen Banken liegt bei 73%, und damit erheblich höher als im Rest des Euroraums", so Mersch, der Handlungsbedarf sieht.

Die deutsche Bundesregierung blockt das ab. Sie will an ihrem dreisäuligen Bankenwesen, bestehend aus privaten Geldhäusern wie Deutscher Bank und Commerzbank, den genossenschaftlichen Raiffeisenbanken und den öffentlich-rechtlichen Sparkassen festhalten. Deutschland bleibt damit mit seinen Banken in der Vielstaaterei der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen.

Es ist zu befürchten, dass es die Banker nach dem Vorbild von Volkswagen machen. Der VW-Konzern hatte ganz offenbar keinen anderen Ausweg mehr gefunden als zu tricksen, um die Interessen der Gewerkschaft, des Landes Niedersachsen und die privaten Anteilseigner unter einen Hut zu bringen. Von den deutschen Sparkassen weiß man, dass sie inzwischen ziemlich stark in das Geschäft mit dem Spekulieren auf Aktien eingestiegen sind.