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20.09.16

Erhöht Yellen den Zins und den EUR/CHF-Kurs gleich mit?

Kommt sie doch? Eine US-Leitzinserhöhung am Mittwoch um 20:00 Uhr MESZ würde Finanzmärkte und damit auch den EUR/CHF-Kurs kräftig durchschütteln. Gemäß von Zinsfutures abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten rechnen nur 15% der Anleger mit einer Straffung der Geldpolitik. Warum ein kalkulierter Paukenschlag von Fed-Chefin Janet Yellen dennoch Sinn macht.

Es gibt alle möglichen Theorien, weshalb die Fed gerade jetzt ihren Leitzins von 0,50% auf 0,75% anheben könnte. Die Glaubwürdigkeits-Theorie besagt, dass Janet Yellen jetzt liefern muss, um überhaupt noch ernst genommen zu werden. An der Wall Street gibt man sich mit Yellens letzter Einschätzung, die Argumente für eine Zinsanhebung in diesem Jahr seien stärker geworden, nicht länger zufrieden.

Nach dem ganzen Prozedere: Zinsen rauf? Ja, Nein, vielleicht gebe es ohnehin keinen idealen Zeitpunkt mehr. Die Konjunkturdaten, auf die sich die Fed nach eigenen Aussagen fokussiere (data dependent), seien ohnehin immer mit Unsicherheiten behaftet, zitiert Bloomberg die Senior-Ökonomin Laura Rosner von BNP Paribas in den USA. Rosner erwartet eine Leitzinserhöhung.

Dann ist da noch die Machtkampf-Theorie: Die einflussreiche Fed-Gouverneurin Lael Brainhard schwor unlängst den Offenmarktausschuss (FOMC) durch ein Strategiepapier auf eine Beibehaltung des gegenwärtigen Zinsniveaus ein. Brainhard ist Clinton-Unterstützerin, was sie durch Wahlkampfspenden auch jeden wissen lassen wollte.

Folgt der FOMC ihr, wäre das ein starkes Indiz dafür, dass Brainhard im Falle eines Clinton Wahlsieg neue Fed-Chefin werden würde. Dagegen dürften Fed-Mitglieder wie James Bullard, dem selbst Ambitionen auf Yellens Nachfolge nachgesagt werden, etwas haben. Auch gilt es den Eindruck zu zerstreuen, dass die Fed den Demokraten sehr viel näher steht als den Republikanern.

Der Euro-Franken-Kurs könnte bei einem US-Zinscoup auf 1,12 steigen (Februarhoch) oder auf 1,06 fallen (Junitief). Entscheidend wären die prozentualen Veränderungen beim Euro und Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar. Das versuchen zu prognostizieren, ist letztlich müßig.