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24.05.16

Gefahr in Verzug: Euro purzelt auf 1,1060 Franken

Die EUR/CHF-Devisennotierung reagiert auf einem unerwarteten Rückgang der Konjunkturerwartungen mit Kursverlusten. Für 1 Euro wird mit 1,1060 Franken so wenig bezahlt wie zuletzt vor einer Woche bezahlt. Wird der Euro noch schwächer? Die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten hellt sich derzeit spürbar auf, weshalb sichere Häfen, wie der Schweizer Franken, eigentlich einen schweren Stand haben müsssten.

Finanzexperten machen Abstriche bei ihren Konjunkturerwartungen für den Euroraum. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sinkt von 21,5 Punkten im April auf 16,8 Zähler im Mai. Der ZEW-Indikator für Deutschland verliert 4,8 Punkte auf 6,4 Zähler. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 12,1 Punkte gerechnet.

Vor dem Hintergrund eines stabilen Wirtschaftsumfeldes in der Eurozone "deutet sich auch für die kommenden Monate der Verbleib des Währungspaares in der zuletzt ausgebildeten übergeordneten Bandbreite von 1,08 bis in der Spitze 1,12 Schweizer Franken zum Euro ab", heißt es in einem Devisenausblick der DZ Privatbank.

Das Bild des stärker werdenden Schweizer Franken täuscht etwas. Risikoscheue Anleger haben es momentan schwer. Die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks verbuchen üppige Gewinne. Das im Frühjahr noch so beliebte Gold kommt unter die Räder. Die Neubauverkäufe auf dem US-Häusermarkt sind im April gewaltig gestiegen. Damit stehen die Chance gut für eine baldige Leitzinserhöhung der Fed von 0,50% auf 0,75%.

Der Eurokurs muss aus charttechnischer Sicht unbedingt in den nächsten Tagen Schlusskurse über 1,1060 Franken schaffen. Nur dann könnte er neues Momentum aufbauen, um das Hoch vom 20. Mai 2016 bei 1,1130 Franken anzugreifen. Sollte 1,1060 reißen, wären 1,10 und 1,0950 die nächsten Stationen, an denen der Euro sich befestigen könnte.