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24.04.16

EUR/CHF-Ausblick: Anstieg solange Kreditkanonen feuern

Der Schweizer Franken hat sich gegenüber Euro, US-Dollar und Britischen Pfund in den letzten Wochen abgeschwächt. Hervorzuheben ist der Anstieg des Euro-Wechselkurses von 1,08 auf 1,10 Franken. Mit der Eurozone ist die Schweizer Wirtschaft am engsten verflochten. Mit der chinesischen deutlich weniger. Gleichwohl treiben die Nachrichten aus China den Schweizern Schweißperlen auf die Stirn.

EZB und Fed haben die Finanzmärkte mit ihren Versprechen die Geldschleusen offen zu halten, in Partystimmung versetzt. China könnte das sorgsam aufgebaute Kartenhaus nun zum einstürzen bringen. Die nach der letzten Finanzkrise eingerichteten Frühwarnsysteme blinken zwar. Helfen tut das aber nichts, weil sich die Regierenden in Peking ganz gewiss nicht reinreden lassen.

"Jedes große Land mit einem rapiden Schuldenanstieg erfuhr eine Finanzkrise oder eine langanhaltende Verlangsamung seines BIP-Wachstums", schreibt der Chefstratege Ha Jiming von Goldman Sachs in einem der "Financial Times" vorliegenden Bericht. Chinas Gesamtverschuldung hat sich von 148% seines Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Jahr 2007 auf 237% im ersten Quartal 2016 erhöht.

Die Höhe ist nicht das Problem. Die Eurozone kommt auf eine Gesamtverschuldung von 270%, die USA auf 248%, wie Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) in Basel zeigen. In China ist die Geschwindigkeit des Schuldenanstiegs besorgniserregend. Der Punkt, an dem es kein zurück mehr gibt, ist nach Einschätzung von US-Investorenlegende George Soros erreicht.

Solange die Kreditkanonen in China feuern, dürfte die Nachfrage nach dem als sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken gering bleiben. Käme es zu einem Platzen der Kreditblase, wäre der Franken plötzlich wieder gefragt. Bei einem langsamen Aufstechen der Blase käme es zu einer Abschwächung der chinesischen Währung Yuan, worauf die Finanzmärkte Mitte 2015 und Anfang 2016 bereits allergisch reagierten.