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10.03.16

Wer profitiert von verhunzten Banken: Gold oder Franken?

Heute wird es wieder jede Menge Kursschwankungen geben. Die Märkte warten auf Manna von Mario Draghi. Es ist vollkommen offen, wie der EUR/CHF-Kurs reagiert. Allerdings schwindet das Vertrauen in Papiergeld, das Mario Draghis Unterschrift trägt. Investoren schlagen die Hände über den Kopf zusammen angesichts blutleerer Billiggeld-Aktionen.

"Negative Zinsen sind wirklich schlecht" für die Banken, sagt Jeffrey Gundlach, Chef von DoubleLine Capital, einer auf Anleihen spezialisierten Investmentfirma, die 84 Milliarden US-Dollar verwaltet. Der CEO der Deutschen Bank pflichtet bei. "Wenn die Zinsen negativer werden, dann werden die Verluste (für die Banken) größer", warnte John Cryan unlängst auf dem Finanztag der "Süddeutschen Zeitung".

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht man das anders. Mario Draghi wird daher aller Voraussicht nach den Einlagenzins von -0,30% auf -0,40% senken. Ferner rechnen Analysten damit, dass die EZB Geschäftsbanken erstmals langfristige Kredite zu negativen Zinsen zur Verfügung stellen wird. Eine Bank, die sich beispielsweise 10 Millionen Euro bei der EZB leihen würde, müsste dann nur 9,98 Millionen Euro zurückzahlen.

Gold ist gemäß Gundlach die Antipode zu dem von negativen Zinsen verhunzten Banken-System. Der Chef von DoubleLine prognostiziert einen Anstieg des gelben Edelmetalls von aktuell 1.250 auf 1.400 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm)..

Staatsanleihen aus der Eurozone im Wert von etwa 2,3 Billionen Euro rentieren inzwischen im negativen Terrain. Das steigert den Appeal von Gold. Wer Staatsanleihen kauft, verliert bares Geld wegen der negativen Verzinsung. Gold wirft weder positive noch negative Zinsen ab. Das gelbe Edelmetall ist damit gegenüber einer Papiergeld-Staatsanleihe klar im Vorteil.

Der Schweizer Franken ist nicht ganz auf Augenhöhe mit Gold. Denn in der Schweiz gibt es einen Strafzins von -0,75%. Dadurch ist der Franken unattraktiv für große Investoren. Für Kleinanleger sieht es aber anders aus. Sie können die negativen Zinsen umgehen, in dem sie Frankenbestände in Bargeld anhäufen, in der Hoffnung sie in ein paar Jahren für 1 Franken = 1 Euro zurückzuwechseln.