11.02.16

Neuerlicher Anstieg über EUR/CHF 1,10 eine Eintagsfliege?

Der Schweizer Franken schwächt sich deutlich ab, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Lockerung der Geldpolitik ins Gespräch bringt. Der Eurokurs klettert daraufhin in wenigen Stunden von 1,0950 auf 1,1040. Aufgrund des schwierigen Umfeldes an den globalen Finanzmärkten könnte es sich bei dem Anstieg um ein Strohfeuer handeln.

"Wir sind mit den Negativzinsen recht weit gegangen. Jetzt beobachten wir die Situation genau. Wir schließen nichts aus", sagt SNB-Chef Thomas Jordan im Gespräch mit dem Schweizer Magazin "Bilanz". Darüber hinaus sei die von ihm geleitete Notenbank weiterhin bereit "am Devisenmarkt zu intervenieren." Letzeres Äußerung ist ein Indiz dafür, dass die SNB an der Franken-Presse kurbelt.


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Damit sich der Eurokurs über 1,10 Franken halten kann, müsste es wohl zu einem Stimmungsumschwung an den Börsen kommen. Anleger sind momentan so stark verunsichert wie lange nicht. Warum sollte es nach sieben Jahren mit steigenden Aktienkursen nun nicht einmal paar Jahre bergab gehen, fragen sich viele und verweisen auf die Zentralbanken, deren Billiggeld-Politik kaum noch wirkt.

Deutschlands Wirtschaft, die den Euro in den vergangenen Jahren immer wieder aufpäppelte, hat ihre Höhepunkt erreicht. "Wie auch immer man in den nächsten Monaten auf die globale Wirtschaft blicke, es gibt attraktivere Märkte als Deutschland", zitiert Bloomberg Alex Neil, Chef für Aktien und Derivate bei der Schweizer Privatbankgruppe EFG.