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30.01.16

6 Aspekte, auf die es für den EUR/CHF-Kurs jetzt ankommt

EUR/CHF steigt, weil...
  • "Langfristig betrachtet ist der Franken klar überbewertet, dies gilt aber schon seit vielen Jahren", schreibt die Landesbank Hessen-Thüringen in einer aktuellen Stellungnahme zum Anstieg des Euros auf knapp 1,12 Franken.
  • die Schweiz auf einer tickenden Zeitbombe sitzt. Die Bilanzsumme der Schweizer Notenbank ist wegen jahrelanger Interventionen am Devisenmarkt mit rund 620 Milliarden Franken so hoch wie das Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im Euroraum und den USA liegt das Verhältnis BIP zu Bilanzsumme lediglich bei 25%.
  • sich der Euro-Franken-Kurs seit einem Jahr in einem Aufwärtstrend befindet. Der Trend ist intakt, wie der jüngste Anstieg auf das Hoch bei 1,1165 noch einmal unterstreicht. Damit der Trend gebrochen wird, ist ein Rückfall des Euros unter 1,0750 Franken erforderlich. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

EUR/CHF sinkt, weil...
  • die Schweizer Wirtschaft immer besser in Gang kommt. Für das laufende Jahre erwarten Volkswirte mit 1,5% ein Wachstum, das beinahe genauso groß ausfallen dürfte, wie das im Euroraum. 2017, wenn die Wirtschaft dann zu 100% den Franken-Schock/Mindestkurs-Aufhebung verdaut hat, wird die Schweiz den Euroraum hinter sich lassen.
  • es für die Europäische Zentralbank (EZB) kein zurück mehr gibt zu einer Normalzins-Politik. "Wir haben es aktuell in der Tendenz mit einem Auseinanderdriften Europas zu tun. Umso mehr ist die EZB in einer Situation, in der sie keine Trendwende einleiten wird", sagt der Frankfurter Privatbankier Emmerich Müller vom Bankhaus Metzler der Deutschen Presse-Agentur.
  • die Staatsschulden in Griechenland (200% des BIP), Portugal und Italien (jeweils 135%) untragbar sind, so dass die von der EZB aufgestellte Whatever-it-Takes-Firewall und QE-Firewall kaum noch Schutz bieten.