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19.01.16

Wie viel Franken muss 1 Euro wert sein? Ein Pro und Contra

Der Euro hat in den letzten zwölf Monaten gegenüber dem Schweizer Franken um acht Prozent aufgewertet. Der Höhenflug werde anhalten, sagen die Optimisten und verweisen auf die anziehende Kreditvergabe im Euroraum. Dem halten die Skeptiker entgegen: Der Franken sei die klassische Hartwährung schlechthin. Gegen ihn habe der einer italienischen Lira ähnelnde Euro keine Chance.

Zwischen dem 16. Januar 2015 und dem 19. Januar 2016 kletterte der Eurokurs von 1,0130 Franken auf 1,0920 Franken (+7,80%). Auslöser des Anstiegs war das vom Franken-Schock ausgehende Erholungspotential. Am 15. Januar 2015 hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs aufgehoben. Daraufhin sank der Euro von 1,20 Franken zwischenzeitlich deutlich unter 1,00 Franken.

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Unternehmen im Euroraum kommen immer leichter an Kredite. Die Hürden bei der Kreditvergabe seien von den Geldhäusern weiter gesenkt worden, heißt es in dem neuen Kreditbericht der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Nachfrage der Firmen nach Krediten habe deutlich zugenommen. Die Optimisten sehen in dem EZB-Bericht ein Anzeichen für eine kräftige Erholung der Wirtschaft im Euroraum, was den Eurokurs die Rückkehr auf 1,20 Franken ermögliche.

"Der Franken ist eine klassische Hartwährung mit Aufwertungstendenz. Seit 1980 wertete er gegenüber dem Euro respektive der Europäischen Währungseinheit Ecu rund 2,2 Prozent per annum auf, sagt der Chef des österreichischen Kreditvermittlers Infina, Christoph Kirchmair, im Gespräch mit "Fonds Online".

Fazit:
Der Eurokurs notiert aktuell mit 1,09 Franken an einem toten Punkt. Zwar verbessert sich die Konjunktur im Euroraum. Dies führt allerdings nicht zu einem weiteren Anstieg des Euros. Denn die EZB pumpt Billiggeld in Wirtschaft und Staatshaushalte, wodurch die konjunkturelle Stärke aus dem Euro wieder herausgewaschen wird. Der Euro ähnelt der italienischen Lira und hat keinerlei Gemeinsamkeiten mehr mit einer Hartwährung.