30.12.15

Geht der Euro trotz 900 Milliarden fauler Kredite haussieren?

Der Euro klettert zwischen den Jahren mit 1,0855 Franken auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Das sei erst der Anfang. Das Wirtschaftswachstum im Euroraum komme auf Touren kommt, weshalb es 2016 weiter nach oben gehen werde, sagen die Optimisten. Weil die Politiker des Euroraums Probleme im Bankensektor verschleiern, droht ein Rückfall auf 1,03 Franken, meinen hingegen die Pessimisten.

Von 1,5% Wachstum in 2015 über 1,7% Wachstum in 2016 auf knapp 2% Wachstum in 2017: Auf diesen Wachstumspfad soll es für den Euroraum gemäß den Experten von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) hinauslaufen. Da die Konjunktur in der Schweiz voraussichtlich erst 2018 beim Wachstum aufschließen kann, müsste der Euro demzufolge gegen den Franken stärker werden.

Wegen faulen Kredite seien die Wachstumsprognosen unrealistisch, kritisieren die Pessimisten und verweisen auf eine Analyse von Christine Lagarde. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) schreibt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt: Die Eurozone könne ihre Aussichten verbessern, indem sie sich ausreichend mit dem Berg an faulen Krediten von rund 900 Milliarden Euro auseinandersetze - einem der großen ungelösten Probleme der Finanzkrise.

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Neben den faulen Kredite sind die strukturellen Problemen in Frankreich und den südeuropäischen Ländern ungelöst, weshalb neue Rückschläge für den Euroraum vorprogrammiert seien. In einem solch unruhigen Umfeld habe der Euro keinerlei Chance substanzielle Kursgewinne gegenüber dem Schweizer Franken herauszuarbeiten, meinen die Pessimisten.

Fazit:
Sollte es dem Euroraum gelingen einen mit viel Billiggeld von der Europäischen Zentralbank (EZB) angefachten Konjunkturaufschwung in nachhaltiges Wachstum und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu überführen, wäre für den Eurokurs ein Anstieg auf 1,15-1,18 Franken drin. Blieben faule Kredite und Strukturreformen liegen, könnte es hingegen wie von einigen Banken prognostiziert auf 1,03-1,06 nach unten gehen.