25.11.15

Euro kann noch einmal kurz auf 1,09 Franken schlüpfen

Bleibt Mario Draghi seinem Kurs treu, könnte der Euro in den kommenden Tagen ein wenig steigen. Die Erwartungen der Finanzmärkte an die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigten Lockerungen sind inzwischen so hoch, dass sie kaum noch zu erfüllen sind. Notenbank könnte sich daher gezwungen sehen, vor dem Gaspedal das Bremspedal zu treten, was dem Euro einen Ausflug auf 1,09 Franken ermöglichen sollte.

Aktuell notiert der Eurokurs bei 1,0821 Franken - nach 1,0905 vor einer Woche. Sehr viel deutlicher verliert die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar. 1 Euro ist mit 1,0565 Dollar so wenig wert wie zuletzt vor sieben Monaten. Der Eurokurs hat wegen der in Aussicht gestellten Lockerungen der EZB seit Mitte Oktober mehr als 9 Cents eingebüßt.

Für Mario Draghi steigt damit die Gefahr, dass die Märkte enttäuschend auf seine Lockerungen reagieren. Eine Woche vor der entscheidenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte er sich gezwungen sehen, die Erwartungen zu dämpfen. Der Euro hätte damit die Möglichkeit sowohl gegen den Schweizer Franken als auch gegen den Dollar etwas zu steigen.

Mit einem Kursfeuerwerk sollte man jedoch nicht rechnen. Vielmehr als eine kosmetische Korrektur scheint nicht drin zu sein. Denn am 3. Dezember 2015 ist die EZB-Sitzung. Dann dürfte Draghi wieder alles geben, um mit einem möglichst weiten Öffnung der Geldschleusen die Märkte zu überraschen, und den Euro in die Knie zu zwingen.

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