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04.11.15

Dr. Doom warnt vor Draghi und dem Rest der Herde

Mario Draghi versetzt dem Euro einen Tiefschlag. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert den Geldhahn weiter aufdrehen zu wollen, um Konjunktur und Inflation über die Exportschiene anzukurbeln. Der Eurokurs sinkt daraufhin mit 1,08 Franken auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Die EZB trage dazu bei, dass es eine "kolossale Vermögensblase" gebe, sagt der als Dr. Doom bekannte Schweizer Vermögensverwalter Marc Faber.

"Zwar entwickele sich die Nachfrage im Euro-Raum weiter positiv", erklärt Draghi in Frankfurt. "Sorgen über die Wachstumsaussichten in Schwellenländern und andere externe Faktoren schaffen aber Gefahren für die Wachstums- und Inflationsaussichten." Der von dern Verfechtern einer noch lockeren Geldpolitik dominierte Rat der EZB sei bereit, alle zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen.

Draghi hatte auf der turnusmäßigen Sitzung des Zentralbankrates im Oktober weitere Lockerungen in Aussicht gestellt. Neben einer Ausweitung des Kaufs von Staatsanleihen setzte der Italiener zur Überraschung vieler EZB-Beobachter auch eine Zinssenkung auf die Lockerung-Agenda. Devisenexperten warnen vor einer möglichen Senkung des bei -0,20% liegenden EZB-Einlagensatzes. Sie könnte dem Euro das Genick brechen.

Weiterlesen: Zinssenkung das Horror-Szenario schlechthin für Euro

"Die Fed hat im Grunde genommen mit ihren Kollegen in Japan, bei der Europäischen Zentralbank und bei der Bank von England eine kolossale Vermögensblase geschaffen", sagt Marc Faber im Gespräch mit dem Finanz-Kanal CNBC. Im Jahr 1970 konnte ein Arbeitnehmer mit 20 geleisteten Arbeitsstunden sämtliche Aktien des S&P 500 kaufen. Heute müsse man mehr als 90 Stunden arbeiten, um dies schaffen, erläutert Faber. Die zukünftigen Renditen würden sehr mager ausfallen.

Sollte sich die Einlassungen von Dr. Doom bewahrheiten, wäre das Wasser auf die Mühlen von Franken-Liebhabern. Beim Platzen einer Vermögensblase dürfte der Schweizer Franken als sicherer Hafen ganz oben auf der Liste vieler Anleger stehen. Für Franken-Kreditnehmer ist diese Aussicht alles andere rosig. Wenn es schlecht läuft, platzt die Blase vor dem Laufzeitende der meisten Kredite und Ansparprodukte (Tilgungsträger).

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