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06.10.15

So lässt sich der Euro auf 1,22 Franken navigieren

Es gibt Grund zur Annahme eine Abschwächung des Frankens auf über 1,20 pro Euro über den Außenhandel hinzubekommen. Die so oft gescholtene Eurozone hat den größten Leistungsbilanzüberschuss der Welt. Entsprechend hartnäckig hält sich der Eurokurs bei 1,10 Franken. Die Überschüsse machen die Eurozone immun gegen Staatsschulden-Schocks. Ferner steht die Europäische Zentralbank (EZB) als Geldverleiher letzter Instanz jederzeit zur Verfügung.

"Der Euro wird durch reale Nachfrage unterstützt, da die Eurozone die größte Region mit Leistungsbilanzüberschuss weltweit ist und dies wahrscheinlich auch bleiben wird", zitiert Bloomberg den Chef-Volkswirt Daisuke Karakama von der Mizuho Bank in Tokio. Allein im Juli kamen die Euroländer gegenüber dem Rest der Welt bei der Handels- und Dienstleistungsbilanz, den Erwerbs- und Vermögenseinkommen und laufenden Übertragungen auf ein Plus von 33 Milliarden Euro.

Wegen ihres Leistungsbilanzüberschusses ist die Eurozone nicht auf ausländische Geldgeber angewiesen, um die Schulden von Ländern wie Italien und Spanien zu refinanzieren. Das Problem war bisher, dass die Euroländer mit den sprudelnden Überschüssen das Vertrauen verloren haben. Das Geld fließt nicht mehr so einfach von Deutschland nach Südeuropa wie zwischen 1999-2009.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist deswegen eingesprungen. Sie hat durch Langfristkredite für Banken und den Kauf von Staatsanleihen jede Menge Geld geschöpft, um dem Süden der Eurozone aus der Patsche zu helfen. Inzwischen gibt es wieder wirtschaftliches Wachstum. Dies nährt die Hoffnung, dass der Norden die Schulden des Südens, wie in den ersten zehn Jahren der Währungsunion, bald wieder finanzieren wird.

Wenn alles nach Plan läuft, so ist dieser Zustand im kommenden Jahr erreicht. Dann soll das Wachstum in der Eurozone auf zwei Prozent anziehen. Der Schweizer Franken könnte sich infolge wie von der Unicredit prognostiziert auf 1,22 Franken pro Euro abschwächen.

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