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08.10.15

Gewinner und Verlierer des starken Schweizer Franken

Österreichs Franken-Kreditnehmer und Schweizer Hoteliers wollen eine Abschwächung des Schweizer Frankens. Der jüngste Anstieg des Euro auf 1,09 Franken geht ihnen nicht weit genug. Von einer großen Aufholjagd kann keine Rede sein. Das Hoch des Euros vom Herbst 2007 bei 1,68 Franken bleibt in weiter Ferne. Die deutsche Automobilindustrie hat damit kein Problem.

Für Fremdwährungskreditnehmer ist die Lage angespannt. Der Eurokurs liegt immer noch deutlich unter dem Vorjahresniveau von 1,20 Franken. Seinerzeit stand ein Kreditnehmer, der Anfang 2000 im Gegenwert von 100.000 Euro bei einem Eurokurs von 1,50 Franken einen Kredit aufgenommen hatte, bereits unter Wasser.

Statt der ursprünglich geplanten Rückzahlungssumme von 100.000 Euro belief sich die Kreditschuld auf 125.000 Euro. Aufgrund der Zinsersparnis von rund 16.500 Euro gegenüber einer Euro-Finanzierung war die Lage allerdings einigermaßen beherrschbar.

Bei dem aktuellen Kursniveau des Euros von 1,09 Franken muss der Kreditnehmer 137.615 Euro zurückzahlen. Nach Abzug der Zinserparnis bleibt ein Fehlbetrag von etwa 20.000 Euro übrig. Das ist doppelt so viel wie im Oktober 2014.


Die Anzahl der Hotelübernachtungen ausländischer Gäste in der Schweiz lagen im August 2015 um 127.000 niedriger als im August 2014, meldet das Bundesamt für Statistik in Neuchâtel. Allein aus Deutschland kam ein Fünftel weniger Übernachtungen. Weil die Alpen in Österreich und Italien genau so schön sind, man dort aber mit dem Euro bezahlen kann, kehren viele Touristen der Schweiz offenbar den Rücken.

Eine deutlich gestiegene Zahl an Neuwagenzulassungen in der Schweiz habe zu einem Anstieg des Konsumindikators beigetragen, berichtet die UBS.

Die deutschen Autobauer profitieren von dem starken Franken. Sie gehören neben den deutschen Einzelhändlern im Südwesten und den Grenzgängern, die in der Schweiz arbeiten, aber in Deutschland, Italien oder Österreich wohnen, zu den Gewinnern der Frankenstärke.

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