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19.10.15

3 Triebfedern der nächsten Euro-Schwächephase

Der Euro hat einen schweren Stand gegenüber dem Schweizer Franken. Es sind nicht nur die Aussichten auf weitere Lockerungen der Europäischen Zentralbank (EZB) alleine, die einen Euro-Anstieg auf 1,10 Franken derzeit utopisch machen. Hinzu kommen Wachstumssorgen und ein Wahlergebnis, das für die Schweizerische Nationalbank (SNB) ungemütlich werden kann. Franken-Kreditnehmer zittern vor einem neuen SNB-Präsidenten.

  1. EZB-Lockerungen:
    Der Euro ist aktuell 1,08 Franken wert. Vor einer Wochen waren es 1,0950 Franken, vor anderthalb Monaten 1,1050 Franken. Auch wenn der Sinkflug sehr langsam vonstatten geht: Die Gemeinschaftswährung befindet sich auf dem absteigenden Ast. Eine Verlängerung des Wertpapierkaufprogramms der EZB und/oder eine überraschende Zinssenkung werden in den Wechselkurs eingepreist.

  2. Weniger Wachstum:
    Das Wachstum in China hat sich zum ersten Mal seit 2009 auf unter 7% abgekühlt. Die jährliche Wachstumsrate von 6,9% bringt den Euroraum, dessen konjunktureller Aufschwung vom internationalen Handel sehr viel stärker abhängt als der in den USA, in Bedrängnis. Die EZB warnte bereits in ihrem letzten Sitzungsprotokoll vor negativen Einflüssen wegen Konjunkturabkühlungen in den Schwellenländern.

  3. SNB bekommt Gegenwind:
    Das Ergebnis der Schweizer Parlamentswahlen könnte für das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank ein Problem werden. Die Interventionen am Devisenmarkt und einer lockeren Geldpolitik traditionell kritisch gegenüberstehende rechtsnationale Schweizerische Volkspartei (SVP) baut ihre Position als stärkste Kraft des Landes aus. Wenn es das nächste Mal darum geht einen SNB-Präsidenten zu bestimmen (Anfang 2018) wird sich dieser Einfluss bemerkbar machen.
Für Franken-Kreditnehmer kann die SVP, die vor einem Jahr mit der Goldinitiative der lockeren Geldpolitik der SNB einen Riegel vorschieben wollte, richtig ungemütlich werden. Drei von vier Fremdwährungskrediten in Österreich sind endfällig. Die meisten (80%) müssen ab 2020 zurückgezahlt werden. Bis dahin könnte die SVP einen SNB-Präsidenten nach ihrem Gusto installiert haben. Dieser dürfte dann Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt zur Abschwächung des Frankens beenden. Der Euro hätte keine Chance wieder Richtung 1,20 Franken zu steigen.