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24.08.15

Jetzt müssen die Notenbanken ran

Der Euro klettert im Hoch auf 1,0880 Franken und 1,1715 US-Dollar. Turbulenzen in China, enorme Verluste an den europäischen Börsen und ein zwischenzeitlich um 1.000 Punkte abstürzender Dow Jones Aktienindex prägen den Schwarzen Montag. Anleger warten auf die Zentralbanken. Werfen sie ihre Notenpressen an, um zu verhindern, dass der Börsencrash die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zieht?

Den Anfang wird aller Voraussicht nach die chinesische Notenbank (People's Bank of China, PBOC) machen. Sie erwäge den Mindestreservesatz für heimische Banken zu senken, berichtet das "Wall Street Journal". Durch diese Maßnahme müssten Banken knapp 100 Milliarden Euro weniger Kapital bei der PBOC vorhalten. Das Geld stünde für Kredite zur Ankurbelung der Wirtschaft bereit.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht kein Licht am Ende des Teuerungs-Tunnels. Rekordtiefe Ölpreise in Kombination mit einer erheblichen Aufwertung des Euros führen dazu, dass das Inflationsziel von zwei Prozent immer weiter in die Ferne rückt. Mario Draghis EZB hat eigentlich keine Wahl andere Wahl, als eine Verlängerung der Käufe von Staatsanleihen zu erwägen.

EUR/CHF-Turbulenzen

Sollte dann noch die US-Notenbank (Fed) signalisieren, dass es im September nicht zu einer Leitzinserhöhung kommt, wären Börsianer erst einmal beruhigt. Es könnte dann aber zu Turbulenzen beim Euro-Franken-Kurs kommen. Denn eine Verlängerung der EZB-Käufe ist bisher nicht im Wechselkurs eingepreist. Im Falle einer neuen Euro-Schwemme wäre daher ein Rückfall des EUR/CHF-Kurses auf 1,00-1,05 wohl vorprogrammiert.

Solange es keine Inflationsgefahren gibt, dürften die Zentralbanken immer wieder aufs Neue ihre Notenpressen anwerfen. EZB und Fed befinden sich in einer ähnlichen Lage wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu Zeiten des Mindestkurses. Die SNB hätte theoretisch unendlich viel Geld drucken können, um den Euro über 1,20 Franken zu halten. Sie hat sich aber gegen eine solche Geldpolitik entschieden und damit vielleicht in letzter Sekunde noch den Notausgang erwischt.

Mario Draghi und Janet Yellen sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem es kein zurück mehr gibt. Sie müssen den Märkten immer wieder aufs Manna geben. Weigern sie sich, wird das umgehend bestraft. Die Aktienkurse fallen wie ein Kartenhaus zusammen und zwingen die Realwirtschaft in eine Rezession.