19.08.15

EUR/CHF vermasselt Anstieg auf 1,10 - bricht auf 1,07 ein

Der Eurokurs sinkt von seinem 7-Monatshoch bei 1,0960 Franken auf 1,0730 Franken (-2,1 Prozent). Es gibt drei Gründe für den Rückgang:


1. Charttechnik:
Der Euro hat sich mit dem steilen Anstieg übernommen. Zwischen dem 29. Juni und 12. August 2015 kletterte der Eurokurs von 1,0312 auf 1,0960 Franken (+6,28 Prozent). Eine Korrektur war unvermeidlich. Sie kam früher als gedacht, nachdem es die Gemeinschaftswährung zunächst versäumte über 1,10 Franken zu steigen und danach auch noch eine wichtige charttechnische Unterstützung bei 1,0810 Franken riss.

2. Franken-Kredite:
Wegen Hamsterkäufen wertet der Schweizer Franken auf. Die von Banken in Polen ausgereichten Franken-Kredite sollen in die Landeswährung Zloty konvertierte werden. So will es der neue polnische Präsident Andrzej Duda. Die Banken sollen einen Teil der von polnischen Franken-Kreditnehmern erlittenen Verluste übernehmen. Um die Konvertierungen durchzuführen und weil der Franken gerade abgewertet hat, decken sich die Banken bereits jetzt mit Schweizer Franken ein. In Polen haben die Banken Franken-Kredite im Gesamtvolumen von 37 Milliarden Franken im Feuer.

3. USD/CHF-Kurs:
Der große Bruder des EUR/CHF-Kurses setzt seine Talfahrt fort. Der USD/CHF-Kurs sinkt auf 0,9730 nach 0,9905 in der letzten Woche. Die Verluste färben auf den EUR/CHF-Kurs ab. Anders sähe es aus, wäre der Dollar zum Franken auf ein Austauschverhältnis 1 zu 1 gestiegen.
Damit wäre höchstwahrscheinlich ein Anstieg des Eurokurses über 1,10 Franken einhergegangen.