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09.07.15

Euro Franken Entwicklung / Euro Frankenkurs Prognose 2015


Der Euro steigt trotz eines möglichen Ausscheidens Griechenlands aus dem Euroraum über 1,05 Franken. Rosige Konjunkturaussichten aus der so wichtigen Automobilindustrie untermauern die robuste Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung. Aktuell steht der Euro Frankenkurs bei 1,0505. In der Schweiz muss man für 1 Franken umgerechnet 0,9519 Euro hinblättern.

Untermauert wird der stärker werdende Euro von den Autoverkäufen in Europa. Der Herstellerverband ACEA hebt seine Prognose für das laufende Jahr deutlich an. Nicht um zwei Prozent wie ursprünglich erwartet, sondern um fünf Prozent auf mehr als 13 Millionen Fahrzeuge werden die Autoverkäufe in 2015 demnach steigen. Hintergrund ist die anhaltende wirtschaftliche Erholung.

Noch ist vollkommen offen, wie lange der Euro in Griechenland noch das alleinige Zahlungsmittel ist. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras muss eine Reformliste nach dem Gusto der Geldgeber vorlegen. Tut er das nicht, könnte am Sonntag bei einem Sondergipfel der 28 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) der Grexit beschlossen werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) würde dann die Notversorgung des griechischen Bankensystems abstellen. Athen sähe sich gezwungen eine Parallelwährung, zunächst in der Form eines Schuldschein-Systems einzuführen. Anschließen könnte es zur Wiedereinführung der Drachme kommen, die sich inzwischen immer mehr Politiker aus dem linken Lager zurückwünschen.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Euro seit zweieinhalb Monaten in einer Seitwärtsentwicklung zwischen 1,03 Franken und 1,05 Franken. Damit es zu einem Aufwärtstrend kommt, muss der Eurokurs einen Widerstand bei 1,0560-1,0570 überspringen. Anschließend wäre Platz für einen Anstieg auf das Hoch vom Februar bei 1,0812. Würde auch diese Widerstandsmarke reißen, ginge es wohl über 1,10.

Im Falle eines Bruchs der Unterstützung bei 1,0290-1,0300 hätte der Umrechnungskurs freie Fahrt bis zur Parität. Im Gegensatz zu den charttechnischen Widerständen dürfte es der Euro ungleich schwerer haben die Unterstützung zu knacken. Hintergrund ist die die Schweizerischen Nationalbank (SNB) . Sie will einen Absturz der Gemeinschaftswährung auf ein Wechselkursverhältnis von 1 zu 1 unbedingt verhindern.