31.07.15

Achterbahnfahrt trotz Arbeitsmarkt: Euro bleibt am Ball

Der Schweizer Franken nimmt dem Euro zunächst seine Gewinne wieder ab, und so nähert sich der Wechselkurs EUR/CHF 1,05. Die Euroländer schaffen es nicht mehr Leute in Lohn und Brot zu bringen. Frankreich und Italien verlassen sich darauf, dass die EZB auf Jahre hinweg den Ausputzer spielt. Der Eurokurs sinkt von 1,0690 Franken auf 1,0530 Franken, steigt dann aber wieder über 1,06.

Im Euroraum lag die Arbeitslosenrate im Juni unverändert bei 11,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 11,0 Prozent gerechnet. In Italien steigt die Arbeitslosigkeit auf 12,7 Prozent nach 12,5 Prozent im Mai 2015 und 12,2 Prozent im Juni 2014. Auch Frankreichs Konjunkturaufschwungs sucht man vergeblich in der Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitslosenquote stagniert bei 10,2 Prozent.


Besorgniserregend seien auch die jüngsten Umfragen über die Absicht der Unternehmen neue Stellen zu schaffen. Die Umfrageergebnisse seien schlechter ausgefallen, was nahe lege, dass die Erholung auf dem Arbeitsmarkt ziemlich schwach bleibe, schreibt der Volkswirt John Howard von Capital Economics. Der schwache Arbeitsmarkt zusammen mit der trostlosen Inflation spreche dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren Käufen von Staatsanleihen noch einmal draufsattelt.

EZB-Chef Mario Draghi werde die monatlichen Käufe von 60 Milliarden Euro bis September 2016 voll durchziehen. Anschließend dürfte noch mehr Geld über die Notenpresse gedruckt und in die Anleihemärkte gepumpt werden, um einen Anstieg der Inflation Richtung Zweiprozentmarke näher zu kommen, prognostiziert Howard. Denn der schwache Arbeitsmarkt dämpfe den von der Europäischen Zentralbank anvisierten Anstieg der Teuerung.

Am Devisenmarkt gelingt es dem Euro derweil trotz der schwachen Vorgaben vom Arbeitsmarkt seine Talfahrt gegenüber dem Schweizer Franken zu beenden. Der EUR/CHF-Kurs klettert von 1,0530 auf 1,0610. Noch ist unklar, ob es sich um ein Strohfeuer wegen Eindeckungskäufen am Monatsende handelt, oder ob etwas mehr dahinter steckt.