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05.06.15

EUR/CHF schiebt weiteren Anstieg auf die lange Bank

Die Gemeinschaftswährung beendet ihren Höhenflug. Der Schweizer Franken nimmt dem Euro seine Gewinne wieder weg, und so sinkt der EUR/CHF-Wechselkurs unter 1,05. Aus Mangel an Perspektiven, und weil die "Big Events" am Devisenmarkt erst in der zweiten Monatshälfte anstehen, dürfte es weiter bergab gehen.

Aktuell notiert der Eurokurs bei 1,0470 Franken. Damit ist die Gemeinschaftswährung um einen Rappen leichter als am Donnerstag, als sie mit 1,0575 den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten erreichte. Die vor einer Woche bei 1,0278 Franken begonnene Bergfahrt des Euros neigt sich dem Ende.

"Die Verzögerung der Zahlung an den IWF ist eine Eskalation in der Konfrontation", sagte der Wirtschaftsprofessor Nicholas Economides von der New Yorker Universität Stern School of Business im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Sambia-Option

Die griechische Regierung hat im Pokerspiel mit ihren Geldgebern die Sambia-Karte ausgespielt. Eine heute fällige Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Athen zusammen mit anderen Raten gebündelt. Die Rückzahlung kann damit auf das Monatsende verschoben werden. Von dieser Regelung hatte zuletzt Sambia in den 1980er Jahren Gebrauch gemacht.

Nach viereinhalb Monaten ununterbrochenem Schuldenstreit gibt es damit noch einmal drei Wochen obendrauf. Ohne frische Hilfsgelder aus der Eurogruppe wird Griechenland die sich auf 1,6 Milliarden Euro belaufende Gesamtforderung des IWF zum Monatsultimo aller Voraussicht nach nicht leisten können.

Fed

Am 17. Juni steht ein wichtige Entscheidung der US-Notenbank (Fed) an. Es könnte zu einer Leitzinserhöhung kommen. Ein solcher Paukenschlag würde die Nachfrage nach einem sicheren Hafen wie dem Franken wieder anheizen würde.

Das Risiko, die globale Wirtschaft mit einer vorzeitigen Anhebung in Probleme zu stürzen, sei derzeit zu groß, warnt der IWF, und spricht sich für eine Leitzinserhöhung Anfang 2016 aus.

Weil es derzeit kaum fundamentale Vorgaben gibt, widmen sich EUR/CHF-Beobachter verstärkt der charttechnischen Analyse. Dabei ist die Rede von einer Korrektur um zwei Drittel. Demnach würde der Eurokurs erst einmal auf 1,0377 Franken nachgeben. Danach stünden die Chancen für einen Anstieg oder einen Rückgang 50:50.

Weiterlesen: Wohin segelt der Euro im Juni? 5 CHF-Prognosen