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07.06.15

Rückkehr des Euro auf 1,00 CHF wäre keine Überraschung

Der Euro war zuletzt mit 1,0575 Franken so viel wert wie seit drei Monaten nicht mehr. Obwohl der Eurokurs aktuell einen kleinen Rücksetzer einlegt und bei 1,0440 Franken notiert, wird es bald auf 1,10 nach oben gehen, sagt die Bayerische Landesbank. Zu einem anderen Ergebnis gelangt man bei der St.Galler Kantonalbank. Sie rechnet mit einem Wechselkurs bei 1,0250, im schlimmsten Fall sogar mit dem Gleichstand 1 Euro = 1 Franken.

In den vergangenen Monaten sank der Euro-Franken-Kurs von 1,0820 Ende Februar auf 1,0280 Ende Mai. Noch größer sind die Verluste gegenüber dem "Schwarzen Donnerstag", jenem Tag, an dem die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs Hals über Kopf aufhob. Um vierzehn Prozent hat der Euro seit dem 15. Januar 2015 abgewertet. Die damit einhergehende drastische Aufwertung des Frankens lastet seitdem auf der exportabhängigen Schweizer Volkswirtschaft.

"Der Franken sollte im Herbst dann auf ca. 1,10 Franken je Euro abwerten", heißt es in einem aktuellen Devisenkommentar der Bayerischen Landesbank. Die Prognose sei aber mit kurzfristigen Risiken (Eskalation der Griechenland-Krise) und mittelfristigen Risiken (Bargeldhortung) behaftet. So könnte die SNB vor noch negativeren Einlagenzinsen absehen, sollte sich die Bargeldhortung der Schweizer Verbraucher und Unternehmen als ein zu schwieriges Hindernis erweisen.

Bei der St.Galler Kantonalbank rechnet man hingegen mit einem Absinken des Euro-Franken-Kurses in den Bereich 1,00-1,05 (Ø = 1,0250). Die Gemeinschaftswährung stoße in der Region von 1,0580 auf "markanten Widerstand". Man empfehle Euro-Eingänge über 1,05 abzusichern.

Charttechniker schlagen sich auf die Seite der Kantonalbank. Der Euro befindet sich nach wie vor in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Den Trendverlauf konnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) durch ihre dreineinhalbjährige Mindestkurspolitik zwar aufhalten, aber nicht brechen. Es gibt keinerlei Anzeichen für eine Bodenbildung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Euro-Franken-Kurs nach wie vor nicht frei entfalten kann. Die SNB versucht derzeit einen "weichen" Mindestkurs bei 1,03 so gut wie es geht zu halten.

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