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12.05.15

Swiss Life stellt Euro-Rückkehr auf 1,05 CHF in Aussicht

Momentan liegt die Devisennotierung Euro-Franken mit knapp 1,04 um ein Prozent unter dem Zielkurs des größten Lebensversicherungskonzerns der Schweiz. "Grundsätzlich gehen wir jedoch davon aus, dass EUR/CHF um 1,05 fluktuiert", schreiben die Vermögensverwalter von Swiss Life. Das Problem sei Griechenlands Dauerkonflikt mit den Geldgebern. Nun setzt Athen noch einen drauf.

Der Eurokurs kletterte Ende April auf 1,0525 Franken. Seitdem geht es wieder nach unten. Aktuell liegt der Wechselkurs bei 1,0390. Die Schmerzgrenze der Schweizerische Nationalbank (SNB) ist nach gängiger Meinung der meisten Markteilnehmer noch nicht erreicht. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach die SNB erst ab 1,02 bereit sei mit Euro-Stützungskäufen gegen zu halten.

"Sollte der Schweizer Franken erneut aufwerten und gegen Parität gehen, wird die SNB aus unserer Sicht erneut intervenieren oder gar die Leitzinsen weiter in den negativen Bereich senken", stellt Swiss Life in Aussicht.

Bei einer Zinssenkung könnte sich die Lage für viele Franken-Kreditnehmern verbessern. Die sinkende Zinslast trüge dafür sorge, dass pro Jahr einige hundert Euros mehr in der Geldbörse blieben. Die Kehrseite wären höhere Papierverluste auf den laufenden Fremdwährungskredit. Privathaushalte, die einen endfälligen Franken-Kredit mit entsprechend langer Restlaufzeit haben, wären hier klar im Vorteil.

Weiterlesen: Faktencheck und Diagramme zu Franken-Krediten

"Aufgrund der schwierigen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern wertete der CHF deutlich auf", erläutern die Experten von Swiss Life.

Ein Ende der Griechenland-Krise ist nicht in Sicht. Vielmehr spitzt sich die Lage zu. So konnte Athen eine heute fällige Rate von 756 Millionen Euro beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nur durch einen Trick zurückzahlen. 650 Millionen Euro kamen von einem griechischen Guthabenkonto beim IWF, das für Notfälle vorgesehen ist. Das Konto muss wieder aufgefüllt werden, sonst verletzt Griechenland die IWF-Statuten.