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18.05.15

EUR/CHF im Aufwind, SNB stimmt zu

Ein Tauziehen des Euros um die Marke von 1,05 Franken prägt die Wechselkursentwicklung. Schwache Konjunkturdaten aus der Schweiz sprechen für einen Anstieg der Gemeinschaftswährung. Widersprüchliche Bemerkungen der EZB zum Endgame in Athen sprechen hingegen für einen Rückgang. Aktuell notiert der Euro-Franken-Kurs bei 1,0470. Für 1 Franken bekommt man 95,51 Euro-Cents.

Die Einzelhandelsumsätze in der Schweiz lagen im März 2015 um 2,8 Prozent niedriger als im März 2014, wie das Bundesamt für Statistik in Neuchâtel heute mitteilte. Die Abnahme fällt stärker aus als von Ökonomen erwartet. Dies ist ein Indiz dafür, dass Schweizer Einkaufstouristen in den benachbarten Euroländern, allen voran in Deutschland, sehr umfangreich einkaufen.

"Die Entwicklung des Frankenkurses hängt von ganz verschiedenen externen Einflüssen ab. Zum Beispiel davon, was in der Eurozone oder in Griechenland geschieht", sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg im Gespräch mit der Berner Zeitung.

In Athen spitzt sich die Lage immer weiter zu. Griechenland werde eine am 5. Juni fällige Zahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wohl nicht leisten können, berichtet der britische Fernsehsender Channel 4 mit Verweis auf ein internes Schreiben des IWF vom 14. Mai.

EZB widerspricht sich

Widersprüchliche Aussagen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) deuten darauf hin, dass es diesmal knapp werden könnte. Die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, sagte dem Wall Street Journal, dass die griechischen Bank noch nie so gut gewappnet gewesen seien, um mit einer Finanzkrise fertig zu werden.

Der Chef der Deutschen Bundesbank, EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann, kritisierte mit Hinblick auf die Notfallfinanzierung griechischer Banken im Handelsblatt: "Dass Banken ohne Marktzugang Kredite gewährt werden, die damit Anleihen des eigenen Staates finanzieren, der selbst ohne Marktzugang ist, finde ich mit Blick auf das Verbot der monetären Staatsfinanzierung nicht in Ordnung."

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Verkaufssignal einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation nicht bewahrheitet. Der Euro ist aber noch nicht aus dem Schneider. Im Falle eines Zurückprallers bei 1,05 entstünde ein weiteres Verkaufssignal, weil der Euro Ende April schon einmal an diesem Niveau scheiterte.