26.11.14

Vitaminspritzen von Spekulanten halten Euro über Wasser

Der Euro kann sich wieder aus eigener Kraft über 1,2000 Franken halten. Vitaminspritzen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind wenige Tage vor der Abstimmung über die Goldinitiative nicht erforderlich. Aktuell notiert der EUR/CHF-Wechselkurs bei 1,2025. In der Nacht von Sonntag auf Montag könnte 1 Euro plötzlich deutlich mehr als 1,21 Franken wert sein.

"Der Boden wird um jeden Preis halten", sagt Daniel Brehon von der Deutschen Bank dem Finanzdienst Bloomberg. Der Devisenexperte hat aufgrund des hervorragenden Chance-Risiko-Profils verstärkte Käufe von Euros beobachtet. "Du kannst an diesen Niveaus kaufen, als da es nur einen belanglosen Betrag weiter auf 1,20 gehen kann", erläutert Brehon.

Lückenfüller

Weil sich das Schweizer Stimmvolk aller Voraussicht nach gegen die Goldinitiative aussprechen wird, könnte es zu einem EUR/CHF-Blitzanstieg kommen. Darauf wetten anscheinend Devisenspekulanten, die derzeit als Lückenfüller die sonst erforderlichen Euro-Stützungskäufe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ausführen.

Die Sichteinlagen der schweizerischen Geschäftsbanken bei der SNB haben sich in den letzten Wochen von 311,4 Milliarden Franken auf 320,7 Milliarden Franken erhöht. Der Anstieg ist ein Indiz dafür, dass die SNB am Devisenmarkt intervenierte. Demnach hat die SNB rund 9 Milliarden Franken über die Notenpresse geschöpft und gegen Euros eingewechselt.

In der laufenden Woche dürfte die SNB nicht intervenieren, weil der Euro momentan aus eigener Kraft über dem Mindestkurs bleibt. Dies deutet darauf hin, dass sich Spekulanten derzeit mit Euros eindecken, in der Hoffnung die Gemeinschaftswährung bei 1,21 Franken oder höher gewinnbringend abzustoßen.

Anschließend ginge es mit dem Wechselkurs zurück auf EUR/CHF 1,20 und die SNB wäre wieder an der Reihe dem Euro-Vitaminspritzen zu verabreichen bzw. die Eurosierung der Schweiz voranzutreiben.

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