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22.11.14

EUR/CHF knickt plötzlich wieder ein: Was dahinter steckt

Es ist frustrierend. Vor allem für Franken-Fremdwährungskreditnehmer, die dieser Tage den Wechselkurs des Euros gegenüber dem Schweizer Franken ganz genau beobachten. Nachdem die bedrohlichen Goldinitiative vom Tisch ist, wirbelt eine neue Hiobsbotschaft von der Europäischen Zentralbank (EZB) den EUR/CHF-Kurs durcheinander.

Zunächst sieht es so aus, als ob sich die Situation beim Euro-Franken-Kurs zum Wochenende hin entspannen würde. Angetrieben von einem klaren Nein zur Initiative "Rettet unser Schweizer Gold" klettert die Gemeinschaftswährung mit 1,2032 Franken auf den höchsten Stand seit neun Tagen. Der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) durchgeführte Interview-Marathon zahlt sich aus.


Dann kommt Mario Draghi und der Anstieg des Euros fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Seine EZB werde tun, was sie tun müsse, um die Inflation "so schnell wie möglich" anzuheizen, sagt Draghi auf einem Bankenkongress in Frankfurt. Man werde "ohne unnötige Verzögerung" weiteres Geld in die Wirtschaft pumpen, erklärt Draghi und schickte damit den Euro gegenüber allen Hauptwährungen auf eine Talfahrt. Der EUR/CHF Kurs sinkt auf 1,2012.

Spekulanten

"Währungsspekulanten wetten immer noch darauf, dass die drei Jahre alte Begrenzung des Schweizer Frankens gebrochen wird, obwohl Umfragen zeigen, dass eine Abstimmung, die die Schweizerische Nationalbank zu einer Erhöhung der Goldreserven verpflichten würde, scheitern wird", schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Das Risiko, dass die Europäische Zentralbank auf breit angelegte Käufen von Anleihen zurückgreife, ermutige Spekulanten auf einen stärkeren Franken zu wetten, resümiert Reuters.

Es könnte auf folgendes Szenario hinauslaufen: Der Euro steigt nach der Ablehnung der Goldinitiative in der ersten Dezemberwoche auf knapp 1,21 Franken. Es folgt ein Rücksetzer auf 1,20. Mario Draghi hat in der Vergangenheit stets geliefert, wenn er zuvor umfangreiche Maßnahmen angekündigt hatte.