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23.09.14

Draghi-Doktrin ein Desaster für EUR/CHF-Prognostiker

Von der Raiffeisen Zentralbank abgegebene Schweizer Franken Prognosen sind ein Paradebeispiel dafür. wie schwer es die Devisenexperten haben. Weil der Euro wegen den Draghi-Doktrin sehr viel schwächer ist als erwartet, muss das österreichische Geldhaus Vorhersagen senken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnet die Geldschleusen weiter als gedacht. Notenbankchef Mario Draghi kündigte an, die Bilanzsumme von derzeit 2,2 Billionen Euro auf 3 Billionen Euro anzuheben. Damit dies gelingt, muss er eine Geldpolitik über die Notenpresse verfolgen, welche wiederum zu einem Belastungsfaktor für den Außenwert des Euros wird.

"Die Eidgenössische Währung dürfte auch weiterhin auf der starken Seite bleiben", schreibt Raiffeisen Research. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Der Euro werde Ende 2014 bei 1,21 Franken und Mitte 2015 bei 1,22 Franken notieren. Vor drei Wochen sagte die Raiffeisenbank für die beiden Termine noch Kurse von 1,22 und 1,25 voraus.

Mit den angekündigten Kaufprogrammen von ABS-Papieren und Pfandbriefen gehe man von einem geldpolitischen Rahmenwerk, das bisher passiv Zentralbankkredite ausreichte, zu einer aktiveren Verwaltung der Bilanzsumme über, sagte Draghi gestern dem Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlamentes in Brüssel.

Bevor Mario Draghi die Doktrin der EZB änderte, sah es für die Gemeinschaftswährung besser aus. Die Raiffeisen Zentralbank prognostizierte im Juni, dass der Euro bis zum Jahresende 2014 auf 1,28 Franken steigen würde.

Mario Draghi rechtfertigt die neuen Doktrin mit der hohen Arbeitslosenrate im Euroraum sowie schwachem Kreditwachstum. Diese Probleme müsse die Politik lösen, sagen seine Kritiker. Mit den Geldspritzen liefere Draghi den Regierungen im Rom und Paris einen Vorwand von dringend notwendigen Strukturreformen abzusehen.

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