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27.08.14

Merkel lässt Draghi im Regen stehen

Die deutsche Bundeskanzlerin kontert den Angriff von EZB-Chef Mario Draghi. Dem Plädoyer des Italieners für mehr Schulden setzt Angela Merkel ein Pakt mit dem spanischen Ministerpräsidenten entgegen. Der würdigt ausdrücklich die Sparpolitik. Den Euro-Franken-Kurs schüttelt es immer kräftiger durch.

Aktuell erhält man für 1 Euro nur noch 1,2070 Franken. Der Euro-Dollar notiert auf Jahrestiefs bei 1,3152. Der Absturz der Gemeinschaftswährung zum US-Dollar ist genau das, was Draghi möchte. Mit seiner goldenen Wortwahl und symbolischen Zinssenkungen hat er es geschafft, den Euro um achteinhalb Cents einbrechen zu lassen. Noch im Mai kostete der Euro 1,40 Dollar.

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Verlässt Draghi die Geldpolitik und mischt sich in die Finanzpolitik der Euroländer ein, wie er es am Wochenende beim jährlichen Treffen der Notenbanker in Jackson Hole tat, bekommt er seine Grenzen aufgezeigt.

Merkel-Konter

Der nicht demokratisch legitimierte Draghi, der einst Italien durch Verschuldungstricks in den Euro gemogelt haben soll und auftritt, als hätte er das wirtschaftliche Schicksal Europas ganz alleine in der Hand, bekommt von Angela Merkel eine Lektion erteilt.

Merkel ging nach Draghis pompösen Auftritt in Jackson Hole mit dem spanischen Ministerpräsident Mariano Rajoy in dessen Heimat wandern. Anschließend lobte Rajoy ausdrücklich die Merkelsche Sparpolitik. Sie habe dazu geführt, dass Spanien auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sei.

Die von Draghi geforderteren Ausgabenprogramme dürfte es nicht geben, weil Frankreich und Italien zu schwach sind, um sie gegen Spanien und Deutschland durchzusetzen. Rajoy erhielt als Gegenleistung die Unterstützung Merkels für den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos als ständigen Chef der Euro-Finanzminister.

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