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25.08.14

Frankreichs Staatskrise drückt Euro auf 1,2086 Franken

Der Euro sinkt deutlich unter die Marke von 1,21 Schweizer Franken, nachdem die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone in eine innenpolitische Krise stürzt. Im Zuge des Rücktritts der kompletten Regierungsmannschaft in Frankreich nimmt man die deutsche Sparpolitik von Angela Merkel ins Visier.

1 Euro notiert aktuell zu Kursen von 1,2086 Franken. Die Gemeinschaftswährung trotzt den Prognosen der Devisenexperten, die den Euro-Franken-Kurs im Mittel bei 1,2367 sehen. Gegenüber dem US-Dollar sinkt der Euro mit 1,3182 auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.

In Frankreich zerbricht die Regierung des sozialistischen Präsidenten François Hollande. Im Zentrum der Regierungskrise steht Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. Er lehnt marktliberale Reformen ab und sieht die Schuld für Frankreichs Schwäche in einer von Deutschland aufgezwungenen Sparpolitik.

Weiterlesen: Erfüllt Merkel Hollandes Wunsch nach einem weichen Euro?

Die Aktivität in der französischen Industrie brach zuletzt unerwartet stark ein. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe sank in der letzten Woche um 1,3 Punkte auf 46,5 Zähler. Die Wachstumsschwelle von 50 Punkten rückte in die Ferne.

"Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, die fünftgrößte Macht der Welt, und es hat nicht die Absicht, meine Damen und Herren, sich nach den maßlosen Obsessionen von Deutschlands Konservativen zu richten", sagte Montebourg bei einem Sozialistentreffen am Sonntag.

Dass die von Montebourg verhasste Sparpolitik ergänzt um strukturelle Reformen funktioniert, haben zuletzt die Briten vorgemacht. Auf dem Höhepunkt der Kürzungen ging gar der von den Franzosen dominierte Internationale Währungsfonds (IWF) Schatzkanzler George Osborne an, er würde mit "dem Feuer spielen".

Inzwischen mussten sich die IWF-Vorsitzende Christine Lagarde und ihr Chef-Volkswirt Olivier Blanchard für die harsche Kritik an der britischen Wirtschaftspolitik entschuldigen. Großbritanniens Wachstum wird in diesem Jahr voraussichtlich über drei Prozent liegen.

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